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Kalte Herzen – und wo es noch Nächstenliebe gibt

In der Weihnachtszeit spielen Nächstenliebe und Herzenswärme eine wichtige Rolle. Doch unsere Gesellschaft wird immer gefühlskälter. Was das für Folgen hat und wer sich für Wärme und Hilfsbereitschaft einsetzt, zeigt die neue Ausgabe des pro-Magazins.
Von PRO
Eine gefühlskalte Gesellschaft: Davor warnt unter anderem der Psychiater Raphael Bonelli

Foto: Brigitte Tohm

Eine gefühlskalte Gesellschaft: Davor warnt unter anderem der Psychiater Raphael Bonelli

Neulich standen vier Bankkunden vor Gericht. Ein Rentner war in einer Essener Bankfiliale zusammengebrochen und später gestorben. Statt ihm zu helfen, waren die Angeklagten einfach über ihn hinweg gestiegen. Anfang November wurde in Rheinland-Pfalz ein Mann angefahren, der Fahrer flüchtete. Der Verletzte bat Passanten um Hilfe, doch die gingen einfach weiter. Schließlich gelang es ihm, mit seinem eigenen Telefon Hilfe zu holen. Beinahe wöchentlich häufen sich die Berichte von Rettungskräften, die wegen rücksichtsloser Autofahrer nicht zum Unfallort vordringen können. Unsere Gesellschaft scheint rücksichtsloser und gefühlskälter zu werden.

Um die Situation kurzfristig zu verbessern, beschloss der Gesetzgeber ein härteres Strafmaß, zum Beispiel bei der Behinderung von Rettungskräften. ADAC-Vertragsanwalt Ingo Friedrich findet das schärfere Vorgehen im konkreten Fall wegen der Signalwirkung gut. Beim Problem der fehlenden Rettungsgassen könne das zum Beispiel helfen. Grundsätzlich müsse die Politik aber aufpassen, nicht nur einem „Hype“ nachzugeben. Sie dürfe sich nicht verpflichtet fühlen, etwas unter Strafe zu stellen, „weil das Volk aufgeregt ist“. In einigen Fällen sei es angebrachter, bestehende Gesetze konsequent anzuwenden. Als Beispiel nannte Friedrich die Ausschreitungen in Hamburg während des G8-Gipfels. Da sei der Staat im Vorfeld „zu weich“ gewesen. Statt schnelle Gesetzesverschärfungen herbeizuführen, sollten zuerst einmal Fakten geschaffen und Fälle wie Behinderungen von Rettungskräften empirsch untersucht werden.

Diese Projekte begeistern pro-Redakteure

Dass die politischen Reaktionen zu kurz gegriffen sind, zeigt auch das Interview mit dem Psychiater Raphel Bonelli. Er ist überzeugt, dass die Gesellschaft auf dem Weg zu einem neuen Narzissmus ist. Wozu das führt, beschreibt die Titelgeschichte des aktuellen pro-Magazins.

Die aktuelle Ausgabe des pro-Magazins 6/17 Foto: pro
Die aktuelle Ausgabe des pro-Magazins 6/17

Trotz aller Herzenskälte gibt es aber auch Menschen, die sich für mehr Nächstenliebe einsetzen. Zum Beispiel Friseure, die Obdachlosen mit Körperpflege-Service helfen, Menschen, die Prostituierten Wertschätzung vermitteln, und wieder andere, die Häftlingen durch Weihnachtsgaben Hoffnung schenken wollen. Und Pastor Alexander Hirsch ist losgezogen, um Flüchtlinge auf der Mittelmeerinsel Chios zu retten. pro-Redakteure präsentieren ihre liebsten Projekte.

Über das Helfen hat FDP-Frau Nicola Beer eine Gemeinde für sich selbst gefunden hat. Wir stellen die Politikerin in der aktuellen Ausgabe vor. Außerdem erzählt Sängerin Sefora Nelson, warum Gottvertrauen in der Theorie leicht, aber in der Praxis schwierig ist. Besonders bewegend ist die Geschichte von Tobias Roller. Er wurde nur acht Jahre alt. In seinem kurzen Leben hat er dennoch viele Menschen in seiner Umgebung glücklich gemacht.

Die Ausgabe 6/17 können Sie kostenlos online, per E-Mail oder per Telefon unter (06441) 915 151 bestellen.

Von: Swanhild Zacharias

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