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Käßmann: „Positive Seiten deutlicher herausstellen“

Jetzt hat sich auch die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, zu Wort gemeldet und das Familienpapier der EKD kritisiert. „Ich persönlich hätte im Text die positiven Seiten der Ehe gern deutlicher herausgestellt gesehen“, sagte sie dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.
Von PRO

Foto: Steffen Roth

In dem Papier rückt die Kirche von der traditionellen Ehe als der alleinigen Norm ab und ruft zur Unterstützung auch anderer Lebensformen wie etwa Homosexualität auf. Die im Juni vorgestellte Neuausrichtung bei der Familienpolitik stieß an vielen Stellen auf Kritik. So warnten die Katholiken davor, die Ehe mit anderen Formen des Zusammenlebens gleichzusetzen.

„Wir sollten nicht immer von der Verfallsgeschichte der Ehe sprechen, sondern mehr von den Paaren, die Goldene, Diamantene oder gar Eiserne Hochzeit feiern“, bemängelte Käßmann. Allerdings sei das neue Papier kein Dogma, es könnten jederzeit auch neue Vorschläge eingebracht werden.

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Im Interview mit dem Nachrichtensender n-tv schloss Käßmann für sich eine Karriere in der Politik aus „Ich bin eine Frau der Kirche und eine Theologin. Darin liegt mein Herzblut.“ Bis 2017 bleibe sie Reformationsbotschafterin, danach gehe sie in den aktiven Ruhestand. Mit ihrer Arbeit wolle sie Luther keineswegs zum Helden stilisieren. Er habe „den Gedanken der Freiheit des Einzelnen und in Glaubensfragen hochgehalten. Luther ist ein Mensch, der Großes geleistet hat. An anderen Stellen hat er erbärmlich versagt“, verweist sie auf seinen Antijudaismus.

Die Bibel helfe ihr heute „mein Leben, meine Welt zu verstehen“. Konkretes Beispiel sei das achte Gebot, in dem es heißt, kein falsches Zeugnis wider seinem Nächsten zu reden: „Wenn wir das im Wahljahr 2013 anwenden, würde es eine ganze Menge über politische Kultur sagen.“ Für die Zukunft wünscht sich die Theologin eine einladende Kirche.

Durch Facebook entwertet

Damit Christen positiv wahrgenommen werden und die Welt gestalten können, brauche es Hoffnungsbilder, „von denen aus wir dann kleine Schritte gehen können. Niemand kann auf einmal die ganze Welt verändern“. An Familie und Freundschaft schätzt Käßmann Werte wie Verlässlichkeit, Vertrauen und Verantwortung. Allerdings werde der Freundschaftsbegriff durch soziale Netzwerke wie Facebook entleert und entwertet. (pro/dpa)

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