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Käßmann: Glaubt nicht an den Weihnachtsmann!

Eltern müssen in Ruhe sortieren, woran ihr Kind glauben kann. Der Weihnachtsmann gehört nicht dazu – das Christkind schon eher. Ein Gastbeitrag von Margot Käßmann
Von PRO
Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann ruft zum Glauben an Gott auf und nicht an eine Reklamefigur

Foto: Steffen Roth/adeo

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann ruft zum Glauben an Gott auf und nicht an eine Reklamefigur

Letzte Woche hat eine Moderatorin in einer RBB-Sendung Kinder gefragt, ob sie in den Schränken der Eltern nach Weihnachtsgeschenken suchen. Oh nein, indirekt zu verraten, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt! Es hagelte Kritik. Eine Mutter beschwerte sich empört: „Meine Tochter glaubt an den Weihnachtsmann!“ Der Sender entschuldigte sich.
Aber warum sollte ein Kind an den Weihnachtsmann glauben? Es gibt die Erzählung vom Nikolaus. Eine sehr anrührende Geschichte ist das über einen Mann, der im 4. Jahrhundert lebte. Als Bischof von Myra hat er sich – wie in vielen Legenden geschildert wird – besonders für die Armen, ja für Kinder eingesetzt. An ihn haben wir diese Woche in guter Tradition gedacht.
Aus diesem Nikolaus entwickelte sich durch den Cartoonisten Haddon Sundblom 1931 der Weihnachtsmann. Ab 1964 wurde Santa Claus mit seinem berühmten „Hohoho“ als Coca-Cola-Werbekampagne ein Megaerfolg quer durch alle Kulturen und Kontinente. Aber glauben sollte an den niemand, finde ich.
Ganz anders das Christkind: Da geht es um Gott, der sich uns selbst schenkt als Kind. Das ist nicht so leicht zu verstehen. Um dieses Geheimnis und seine Bedeutung ringen Menschen seit Jahrhunderten.
Erwachsene haben ihre Fragen. Kinder können über das Geheimnis rätseln, was es mit dem Geschenk Gottes und den Geschenken heute auf sich hat. Mit einem Augenzwinkern können wir sie ahnen lassen, wer da schenkt, nämlich die Menschen, die sie lieben. Wie eben Gott das Kind schenkt, das Frieden ansagt, weil Gott die Menschen liebt.
Eltern sollten in Ruhe sortieren, woran ihr Kind glauben kann. Wenn Glauben, dann bitte nicht an eine Reklamefigur, nicht an einen Menschen, sondern an Gott. Vom Christkind handelt das Weihnachtsfest. Da geht es um Tiefgründiges und um Wahrheit mit Blick auf unser Leben. Das bedeutet viel mehr als irgendein Glaube an einen ominösen Reklameweihnachtsmann.
Wie heißt es in der Bibel: „Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr“! (Lukas 2,11).
Bleiben Sie behütet!

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Wochenzeitung Bild am Sonntag.

Käßmann: Geist der Verbundenheit soll beflügeln (pro)

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