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Käßmann: Gebet und Stille am letzten Tag

Was macht Margot Käßmann an ihrem letzten Tag im Leben? Das fragte das Magazin "Cicero" die neue Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Bischöfin gab eine ermutigende und evangelistische Antwort.

Von PRO

Foto: pro/Cicero

"Auf den Tod blicke ich wie durch einen Spiegel, wir kennen nicht alles, wir vertrauen aber darauf, dass uns auf der anderen Seite Gott abholt", schreibt Käßmann in "Cicero" unter dem Titel "Der Tod hat nicht das letzte Wort". In jeder Ausgabe fragt das Magazin Prominente, wie sie ihre letzten 24 Stunden verbringen würden. Käßmann würde sie mit einem Losungswort beginnen: Bibelworte seien ihr an jedem Tag wichtig, auch an diesem. Bei einem ausgiebigen Frühstück mit ihren vier Töchtern würde sie das Gespräch "über Gott und die Welt" suchen und ihnen mitgeben: "Freut euch an jedem Tag, seid fröhlich in Hoffnung, Geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet, wie der Apostel Paulus sagt. Wer betet, hält im Leben einmal an und stellt das Leben in einen anderen Horizont."

Organspende und Patientenverfügung

Den Tag würde die Bischöfin in sich gekehrt verbringen. Ihr letzter Dienst am Menschen: Eine Organspende. Eine Freundin würde ihre Patientenverfügung verwalten. "Am Abend reflektiere ich mein Leben", schreibt Käßmann weiter. "In allen persönlichen Krisen und schweren Stunden fühlte ich mich immer geborgen. Meine Kraftquelle war und ist der christliche Glaube. Ich lebte immer in dem Wissen: Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand."

Schließlich denke sie an Psalm 26. "Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.(…) Gott wird abwischen alle Tränen." Als Ratsvorsitzende der EKD wünsche sie sich eine "neue Lust am Gottesdienst". Nicht durch peppige Shows, sondern durch die persönliche Erfahrung der Stärkung und das aktive Einbringen eines jeden in seine Gemeinde. "Die Kirche sollte nah bei den Menschen sein und die Menschen beheimatet in der Kirche!"

Ihren letzten Tag würde Käßmann in aller Stille beenden: "Meine letzte persönliche Botschaft ist: Der Tod hat nicht das letzte Wort, das Leben hat das letzte Wort! Am Ende meiner 24 Stunden ziehe ich mich alleine zurück, entzünde eine Kerze und bete: Das ‘Vater unser’, ein großartiges Gebet, mein letztes Gebet."

Margot Käßmann ist Bischöfin der Hannoverschen Landeskirche und seit dem 28. Oktober Vorsitzende des Rates der EKD und damit Nachfolgerin von Bischof Wolfgang Huber. 2006 erkrankte sie an Brustkrebs, besiegte die Krankheit und sagt heute, die Erfahrung des nahen Todes habe sie Geduld gelehrt und ihr dabei geholfen, ihr Leben aufzuräumen. (pro)

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