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Junge Menschen leiden immer häufiger an Mediensucht

Immer mehr Jugendliche sind süchtig nach dem Internet und Computerspielen. Das zeigt eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Demnach sind Mädchen stärker betroffen als Jungs.
Von PRO
Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland haben ein Problem mit dem richtigen Umgang mit Internet und Computerspielen

Foto: Candid_Shots/pixabay

Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland haben ein Problem mit dem richtigen Umgang mit Internet und Computerspielen

Junge Menschen sind zunehmend von Computerspielen und dem Internet abhängig. Das zeigt eine Studie zur „Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2019“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), die sich hauptsächlich mit Computerspielen und dem Internet beschäftigt. Seit 2015 sind alle Abhängigkeitswerte deutlich angestiegen.

Erhoben wurden die Zahlen in zwei Alterskategorien. Unter einer Internet- oder Computerspiel bezogenen Störung leiden demnach aktuell 7,6 Prozent der Jugendlichen (12 bis 17 Jahre) und 4,1 Prozent der jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre). Interessanterweise sind Mädchen und junge Frauen häufiger betroffen als ihre gleichaltrigen männlichen Altersgenossen.

Kommunikation und Unterhaltung gelten als die wichtigsten Gründe für die Mediennutzung. Damit verbringen die Befragten, neben der Schule, Arbeit oder dem Studium, privat viel Zeit. Bei den 12- bis 17-jährigen sind dies im Schnitt 22,8 Stunden pro Woche, bei den 18- bis 25-jährigen sogar 23,6 Stunden. Von den 12- bis 17-jährigen gaben 30,4 Prozent an, ein problematisches Verhältnis zu modernen Medien zu haben. Im Jahr 2015 waren das noch 21,7 Prozent. Auch bei den 18- bis 25-jährigen stieg dieser Wert von 15,2 auf 23,0 Prozent an.

Erwachsene Bezugspersonen haben Vorbildfunktion

Die „Medien- und Internetabhängigkeit ist quasi die Droge der Zukunft“, sagt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU). Sie verweist auf ihre Kampagne „Familie.Freunde.Follower.“, die für die gesamte Familie Tipps für einen wertvollen Medienumgang liefert. Auch die BzgA findet es besonders wichtig, erwachsene Bezugspersonen auf ihre Vorbildfunktion in der Mediennutzung für junge Menschen aufmerksam zu machen.

Dazu hat sie die BzgA die Präventionskampagne „Ins Netz gehen“ ins Leben gerufen. Dort können sich Eltern, Lehrkräfte und Fachkräfte für Suchtprävention darüber informieren und eine individuelle Beratung erhalten. Die BzgA führt regelmäßig die Drogenaffinitätsstudie durch. Dafür untersucht sie hauptsächlich das Rauchverhalten sowie den Konsum von Alkohol und illegalen Drogen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland.

Seit 2011 wird auch die Nutzung von Computerspielen und dem Internet und davon ausgehende Störungen erfragt. An der Studie haben 7.000 Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren zwischen April und Juni 2019 teilgenommen. Der Ausbruch der Corona-Pandemie und mögliche Auswirkungen fielen nicht mehr in den Befragungszeitraum.

Von: Laura Kühn

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