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Junge Freiheit erschafft Fake News

In der vergangenen Woche haben sich die Gemüter vieler Deutscher im wahrsten Sinne des Wortes erhitzt. Nicht nur das Wetter war die Ursache dafür. Auch der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat seinen Teil dazu beigetragen. Leider hat ein Medium die Debatte im schlechtestmöglichen Stil aufgegriffen. Ein Kommentar von Stefanie Ramsperger
Von PRO
Der frühere CDU-Politiker Peter Tauber
Die Wochenzeitung Junge Freiheit hat der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber eine falsche Aussage unterstellt

In einem Gastbeitrag für die Welt hatte Tauber gefordert, „Feinden der Verfassung“ bestimmte Grundrechte zu entziehen. Er hatte dies im Zusammenhang mit dem Mord an dem Kasseler CDU-Politiker Walter Lübcke geschrieben. Ein Mann mit rechtsextremem Hintergrund hat gestanden, Lübcke erschossen zu haben. Tauber hat seine Kritik inzwischen bekräftigt. Er bezieht sich dabei auf Artikel 18 des Grundgesetzes, der besagt, dass solche Menschen, die beispielsweise Meinungs- oder Pressefreiheit – übrigens auch Religionsfreiheit – „zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung missbrauch(en)“, diese verlieren sollten. Tauber präzisiert seine Ansicht in dem Beitrag: „Es geht mir nicht um eine ‚Entbürgerlichung’, sondern um eine ‚Entpolitisierung’ der Feinde unserer Verfassung.“ Über diesen Vorstoß kann man streiten: Was Tauber richtig findet, kritisieren andere Politiker. Besonders von der FDP und den Linken kamen Einwände.

Die Wochenzeitung Junge Freiheit, die die einen als konservativ, die anderen als rechtspopulistisch bezeichnen, hatte ihren Lesern mitgeteilt, Tauber habe gefordert, „Asylkritikern“ die Grundrechte zu entziehen. Damit hat die Zeitung bewusst oder unbewusst ein entscheidendes Wort verändert und damit den Sinn von Taubers Forderung entstellt. Während dieser von „Verfassungsfeinden“ schreibt, setzt die Zeitung diesen Begriff mit „Asylkritikern“ gleich. Ein Fehler.

Junge Freiheit transportiert falsches Bild

„Asylkritiker“ ist zugegebenermaßen ein schwer zu definierender Begriff: Als vor Jahren die Pegida-Bewegung entstand und der Begriff der „Asylkritiker“ Konjunktur erfuhr, diskutierten Journalisten, ob die Menschen auf der Straße „besorgte Bürger“ oder „Rassisten“ seien. Auf jeden Fall stellte man ein Sammelbecken verschieden motivierter Menschen fest, darunter gar Neonazis, aber eben auch Bürger ohne schlimme Absichten. Die Deutsche Presse-Agentur verzichtet seither bei ihrer Berichterstattung über Aktionen, die sich gegen Flüchtlinge richten, auf die Worte „Asylgegner“ oder „Asylkritiker“. Dem Magazin stern sagte damals dpa-Chefredakteur Sven Gosmann: „Das sind missverständliche Begriffe, die den tatsächlichen Sachverhalt verschleiern und beschönigen.“ Dennoch kann man wohl kaum pauschal von „Feinden der Verfassung“ sprechen.

Sprache erschafft Bilder und es ist absolut keine übertriebene Political Correctness, festzustellen, dass die Junge Freiheit im Fall Tauber mit dem Begriff „Asylkritiker“ ein völlig anderes Bild transportiert als der Sender, der selbstverständlich nicht allen, die man als „Asylkritiker“ bezeichnen könnte, die Grundrechte entziehen will. Ihre „öffentliche Aufgabe“ erfüllen Medien gerade dadurch, dass sie an der freien und öffentlichen Meinungsbildung mitwirken, indem sie Informationen so zusammentragen, dass es Menschen leichter fällt, sich eine eigene Ansicht zu bilden. Gerade deswegen ist es wichtig, dass professionelle Medien auf ihre Worte achten und sensibel mit den Sprachbildern umgehen, die sie wählen. Ansonsten werden sie zur Quelle von Fake News.

Von: Stefanie Ramsperger

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