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Jesus Ween statt Halloween

Bibeln und weiße Shirts statt Süßigkeiten und gruselige Verkleidungen: Eine amerikanische Organisation will eine christliche Alternative zum Gruselfest "Halloween" anbieten. Name: "Jesus Ween". Die Reaktionen auf das Vorhaben sind unterschiedlich.
Von PRO

Foto: jesusween.com/pro

Normalerweise laufen an Halloween in den USA die Kinder von Haus zu Haus
und spielen "trick-or-treating", die amerikanische Version von "Süßes,
sonst gibt’s Saures". Kleine Hexen, Untote, Draculas und andere
Schauergestalten wollen von den Erwachsenen Süßigkeiten – ansonsten wird
das Haus mit Eiern beworfen. Doch für einige konservative Christen ist
das Gruselfest mehr als nur ein harmloses Spektakel. Ihr Gegenprogramm
zum ursprünglich heidnischen Halloween ist für sie ein Akt der
Nächstenliebe: "Wir wollen Menschen helfen, ein besseres Leben zu
führen", so die Verlautbarung auf deren Homepage.
Der Gründer der Non-Profit-Organisation "Jesus Ween", der kanadische Pastor Paul Ade, erklärte gegenüber dem Blog "Gawker.com" seine Beweggründe: "Ich denke, dass Halloween nichts mit Christen zu tun hat. Und ich denke, dass viele christliche Familien keine Ahnung haben, worum es dabei überhaupt geht. Halloween ist mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. Viele Menschen sagen, sie fühlen sich an diesem Tag unbehaglich. Wir denken, dass Menschen an diesem Tag ein Alternativprogramm brauchen."

Christen sollen nach Meinung von Ade also nicht bei Halloween mitmachen. Anstelle von ungesunden Süßigkeiten sollen sie Bibeln und andere christliche Geschenke verteilen, anstelle von Horror-Masken weiße Shirts tragen, um damit – so die offizielle Facebook-Seite – "Rechtschaffenheit und die Liebe Gottes zu jedem Menschen" zu symbolisieren. "Das Geld, das normalerweise für Kostüme ausgegeben worden wäre, kann an Werke gespendet werden, die christliche Bücher für Nichtchristen drucken, an Jesus Ween oder an Tafeln, die sich um Arme kümmern", so Jesus Ween auf Facebook. Um die Idee zu verbreiten, geht Jesus Ween in die mediale Offensive. Auf Bussen und mit einem Video wirbt die Initiative für ihr Anliegen.

Hohn und Spott von Comedians

Doch einige prominente Stimmen zweifeln, ob das Verteilen von Bibeln und anderen christlichen Geschenken ein überzeugendes Alternativprogramm zu Halloween ist. Der US-Comedian Jimmy Kimmel hatte für "Jesus Ween" in seiner Late-Night-Show "Jimmy Kimmel live!" erwartungsgemäß nur beißenden Zynismus übrig. In einem angeblich offiziellen Jesus-Ween-Video sagt eine Stimme aus dem Off: "Jesus Ween ist für jeden ein großer Spaß! Frag einfach Peter." Der kleine, eingeschüchtert wirkende Peter, obligatorisch in weißem Hemd, erklärt wenig überzeugend in die Kamera: "Jesus Ween ist viel lustiger als Halloween. Juchu." Ebenso sarkastisch das Statement eines anderen Kindes: "Wer braucht schon Süßigkeiten, wenn du eine Bibel haben kannst?"

Darauf, dass Kinder irgendwann ihren Süßigkeitensack, der dann mit Bibeln gefüllt wäre, nicht mehr tragen können, weist die Satire-Website "Onion" hin: "Was sie vergessen haben, ist, dass die Bibeln irgendwann zu schwer werden, um sie den ganzen Abend herum zu tragen. Viele Süßigkeitensäcke werden reißen. Denkt denn niemand an die Kinder?" Und weiter: "Lasst uns den Entschluss fassen, das Haus von jedem mit Eiern zu bewerfen, der an Jesus Ween teilnimmt."

Jesus Ween selbst lässt sich dadurch nicht beirren. Der 31. Oktober werde der "effektivste christliche Missionstag überhaupt werden (…). Es ist ein Tag, um christliche Geschenke zu verteilen, genau wie Gott uns Jesus geschenkt hat." (pro)

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