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Jesus leidet und stirbt: „So ist Versöhnung“

Es ist der wirklich schwarze Freitag der Geschichte. Die Welt hält den Atem an. In den Kirchen verstummen die Glocken, auf den Altären verlöschen die Kerzen. Es ist laut Verordnung ein „stiller Feiertag“ ohne Volksfeste und Gaudi, dieser Tag der Wehklage – altgermanisch „kara“: Karfreitag. Ein Impuls von Egmond Prill
Von PRO
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Die Botschaft vom Kreuz mit der Hinrichtung eines Unschuldigen lässt sich heute schwer vermitteln – dennoch bleibt sie wichtig
Die Botschaft vom Kreuz mit der Hinrichtung eines Unschuldigen lässt sich heute schwer vermitteln – dennoch bleibt sie wichtig

Die Geschichte kennt immer wieder „schwarze Freitage“. Dunkle Tage im Kalender, genauer gesagt Ereignisse mit dramatischen Auswirkungen über den Tag hinaus. Vor allem die Bankengeschichte notiert solche Termine. So wird der 6. Dezember 1745 in England „black friday“ genannt. Die Angst vor einer französischen Invasion und der Wiedereinsetzung der Stuarts führten zu Panik im Finanzwesen. Der 9. Mai 1873 ging als der „Gründerkrach“ in die Geschichte ein nachdem in Wien die Börsenkurse nach unten durchbrachen. Und schließlich war es der „schwarze Freitag“ 1929, der Zusammenbruch der New Yorker Börse, der eine Weltwirtschaftskrise auslöste. Im Schatten dieses 25. Oktobers mit dem Elend und dem Millionenheer von Arbeitslosen in Deutschland erstarkten die Nationalsozialisten. In der Folge legte sich eine Nacht über halb Europa.

Als Jesus stirbt, verdunkelt sich wirklich der Himmel. Finsternis über Jerusalem, so vermerkt es die Bibel. Jesus stirbt. Er verblutet geschunden und zerschlagen an einem Kreuz. Er wird hingerichtet wie ein Verbrecher. Alles ist aus. Gott hat der Erde den Rücken gekehrt. Das Licht der Hoffnung erlischt. Das Leben erstirbt. Gott richtet die Welt. Doch die Strafe liegt allein auf Jesus, damit wir Frieden haben. Er schreit in seiner Not: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Alle Nächte der Menschheit brechen über ihm zusammen. Der Sohn Gottes trägt die Sünde der Welt und durchleidet die Gottesferne. Der Tod ist der Sünde Sold!

Geht es nicht billiger? Muss dieser Horror mit dem Kreuz wirklich sein? Leiden, Blut, Sterben – warum? Kann man nicht einfach sagen: „Vergessen wir das, Schwamm drüber!“?

Diese Botschaft vom Kreuz mit der Hinrichtung eines Unschuldigen lässt sich heute nicht mehr vermitteln, heißt es. Überhaupt das moralisierende Gerede von Schuld und Sünde erscheint dem modernen Menschen als düsteres Mittelalter. Andererseits beschäftigen wir auf allen Ebenen Sozialarbeiter, Sozialpädagogen und Psychologen. Vom Kindergarten über die Schulen bis zum Altersheim gibt es eine wachsende Vielfalt von Berufen, die sich um das seelische Wohlbefinden von Menschen kümmern. Wer schuldig geworden ist oder anderen bewusst etwas schuldig geblieben ist, kennt die drückende Last persönlicher Verfehlungen, die sich nicht einfach in Luft auflösen.

„Schwamm drüber“, was heißt das? Der Spruch stammt aus einer Zeit, da beim Bäcker und im Wirtshaus angeschrieben wurde. Schulden wurden für alle sichtbar auf einer Tafel mit Kreide notiert. Unter dem Namen wurden peinlich genau die Beträge festgehalten. Man stand bei einem anderen in der Kreide. Mit der Zeit konnte daraus eine größere Summe werden und die Chance der Rückzahlung schwinden. „Schwamm drüber!“ bedeutete den vollständigen Schuldenerlass. Alles war mit einem Wisch weg. Die Bibel schildert uns einen gnädigen Gott. Der Prophet Micha staunt:

„Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die übrig geblieben sind von seinem Erbteil; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er ist barmherzig! Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. (Micha 7,18-19)

Was an der Tafel gelöscht wurde, musste der Wirt aus eigener Tasche zahlen. Wenn Gott unsere Schuld tilgt, muss ein anderer bluten. Jesus hat mit seinem Leben für unsere Sünde bezahlt. Billiger geht es nicht, wenn es erlösend für unser Leben heißt: „Schwamm drüber!“

Es gibt für jeden Menschen trotz der Schuldlast die Möglichkeit, frei zu werden. Gott selber schenkt diese Freiheit ganz aus Gnaden: gratis! Jesus Christus ist gekommen, um unsere Schuld auf sich zu nehmen und uns davon frei zu machen. Gott beschenkt uns mit der Freiheit eines neuen Lebens. Vergeben wirkt Leben und wird Freude wecken. In einem Lied unserer Tage heißt es:

Wie ein Fest nach langer Trauer,

wie ein Feuer in der Nacht.

Ein off’nes Tor in einer Mauer,

für die Sonne auf gemacht.

Wie ein Brief nach langem Schweigen,

wie ein unverhoffter Gruß.

Wie ein Blatt an toten Zweigen

ein-ich-mag-dich-trotzdem-Kuss.

So ist Versöhnung, so muss der wahre Friede sein.

So ist Versöhnung, so ist vergeben und verzeih’n.

Wie ein Regen in der Wüste,

frischer Tau auf dürrem Land.

So ist Versöhnung, so muss der wahre Friede sein.

So ist Versöhnung, so ist vergeben und verzeih’n.

Gott versöhnt die Menschheit mit sich selbst. Er will uns seinen Frieden geben und damit die Möglichkeit zum Neustart in ein befreites Leben. Es geht nicht ohne Kreuz und Karfreitag. Doch nach dunkler Nacht beginnt ein lichter Tag.

Von: Egmond Prill

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