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Jesus: Der Ruhepol im Stress

Stefan Höchsmann führte ein Leben auf der Überholspur. Doch der erfolgreiche Unternehmer ging beinahe im Stress unter. Wie es gelang, dem zu entkommen und was Gott damit zu tun hat, beschreibt er in seinem lesenwerten Buch „Gegen den Strom der Gestressten“. Eine Rezension von Johannes Weil
Von PRO
Stefan Höchsmann berichtet ehrlich und authentisch von seinem Erleben

Foto: Brunnen-Verlag

Stefan Höchsmann berichtet ehrlich und authentisch von seinem Erleben
Stefan Höchsmann hat das Unternehmer-Gen in die Wiege gelegt bekommen. Sein Vater gründete eine Firma. Auch der Filius verspürte schnell, dass er zu Höherem berufen war. Warum ihn das Unternehmen im hessischen Langen an seine Grenzen brachte und wie er darauf reagierte, beschreibt er in seinem Buch „Gegen den Strom der Gestressten“, das im Brunnen-Verlag erschienen ist. Es dauerte ein paar Jahrzehnte, bis Höchsmann an die Grenzen der Belastbarkeit kam. Er war schon in der Schulzeit ein Alphaltier. Seine Zielstrebigkeit ist grenzenlos. Ein Tiefschlag war für ihn der Tod seines Bruders im Kindesalter. Die Beziehung zu Gott half Höchsmann, über den den Verlust hinwegzukommen. In der Pubertät sind es Schlägereien, mit denen er sich Respekt verschafft.

Alkohol, Drogen und sexuelle Freizügigkeit

Höchsmann nimmt alles mit, was die 68er-Bewegung zu bieten hat: Alkohol, Drogen und sexuelle Freizügigkeit. Seinen Kontrahenten begegnet er mit Ablehnung und Arroganz. Obwohl er es nie wollte, beginnt er eine Ausbildung im väterlichen Betrieb. Die Gier bestimmte sein Leben. Trotz vieler „Freunde“ steht er als junger Erwachsener einsam und verlassen da. Materiell mag er reich sein, seine Seele ist arm. Obwohl er kein Interesse an Büchern hat, beginnt er, in der Bibel zu lesen. Das verändert ihn. Auf einer Neuseeland-Reise entscheidet er sich für Jesus Christus. Dort findet er nachhaltige Zufriedenheit. Sie macht für ihn die Bibel zum lebendigen Buch. Der junge Mann sucht sich eine Gemeinde. Plötzlich spielen Werte in seinem Leben eine Rolle, die er bis dato nicht hatte.

„Geringe Quantität an Besprechungen, hohe Qualität an Beziehungen“

Er findet eine Frau fürs Leben, die sich an den „schrägen Stefan“ – wie er sich selbst nennt – bindet. Beruflich wird er von seinen Eltern damit betraut, eine Niederlassung in Sachsen aufzubauen. Es ist ein ständiges Auf und Ab von wachsenden Umsätzen und Firmenkrisen. Das eine Mal muss er gute Mitarbeiter entlassen, ein anderes Mal läuft es ausgezeichnet. Doch der Stress-Pegel ist gleichbleibend. Es dauert, bis Höchsmann seine Minderwertigkeitsgefühle ablegt. Er beginnt damit, viel Zeit und Energie in den Faktor Werte zu investieren. Um keine unlauteren Geschäftspraxen anzuwenden, verzichtet er oft auf lukrative Geschäfte. Innerer Frieden und Familie werden ihm wichtiger als Karriere und Betrieb. Er muss nicht mehr alles kontrollieren und immer das letzte Wort haben. Er lässt los, und so können seine Mitarbeiter ihr Potenzial entfalten: „Unser Ideal ist eine geringe Quantität an Besprechungen, aber eine hohe Qualität an Beziehungen“, berichtet er. Stattdessen setzt er auf inspirierende Begegnungen: mit anderen Personen und mit Gott. Er braucht keinen großartigen Luxus, um zufrieden zu sein. Dafür gönnt er sich tägliche Pausen und Freiräume, in denen er nachdenkt. Auch seine Mitarbeiter möchte er davor schützen, dauernd an die Grenzen der Belastbarkeit zu stoßen.

Jesus war nicht übereilig oder überfordert

Höchsmann möchte mit seinem Buch Menschen verändern. Sie sollen den Frieden erleben, den er erfahren durfte und der ihn von einem verbissenen Perfektionisten zu einem entspannten Menschen machte, der „gnädiger zu sich selbst geworden ist“. Gleichzeitig will Höchsmann nicht mehr Sklave der ständigen Erreichbarkeit sein. Das unbarmherzige Lebenstempo in der Gesellschaft stört ihn, weil es die Menschen kaputt mache. In der Bibel hat Höchsmann sein Anti-Stress-Programm gefunden. Jesus sei nicht übereilig oder überfordert gewesen. Konkret bedeutet das für ihn, täglich jeweils eine Stunde für Gott, den Sport und den eigenen Nachwuchs – das Paar hat drei Kinder – zu investieren. Sein Buch ist ein Plädoyer dafür, dass es sich lohnt, gegen den Strom zu schwimmen. Der Autor bekennt, dass er ohne Gott im Strom der Gestressten untergegangen wäre. Ganz andere Werte wie Treue und Zuverlässigkeit spielen eine Rolle. Mittlerweile kann er frei von Schwächen und Stärken erzählen: „Gott hat auch heute noch genug Arbeit mit meinem Stolz“, schreibt er. „Es ist ‚entstressend‘ und entspannend, wenn man sich nicht ständig komplizierte Ablenkungsmanöver ausdenken muss, um irgendwelche unrühmliche Dinge vor anderen zu vertuschen.“ Höchsmann hat im „Strom der Gestressten“ seinen sicheren Anker gefunden: bei Jesus Christus. Dort darf er so sein, wie er ist. Das macht er in seinem Buch deutlich. Das Buch soll vermeiden, dass er bei allem Engagement und aller Einsatzfreude nicht wieder in die negative Stressfalle tappt. Das lesenswerte Buch könnte ein Haltepunkt sein: für viele Leser, die sich im Stress befinden und ein Stoppschild brauchen. Und es ermahnt dazu, sich wieder auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. (pro)

Stefan Höchsmann: Gegen den Strom der Gestressten, Brunnen-Verlag, 240 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 9783765543036.

https://www.pro-medienmagazin.de/wirtschaft/detailansicht/aktuell/neukirchener-verlagsgesellschaft-stellt-sich-neu-auf-96869/
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/bruchlandungen-sind-sternstunden-des-lebens-96717/
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