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Jesus-Darsteller litt nach Passionsspielen an Burn-out

Den Heiland auf der Bühne zu spielen, kann schwerwiegende Konsequenzen haben: Der Jesus-Darsteller der Oberammergauer Passionsspiele, Frederik Mayet, erlitt einen Burn-Out. Trotzdem stellt er sich 2020 wieder dieser Herausforderung.
Von PRO
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Er spielt nach 2010 wieder Jesus Christus bei den Oberammergauer Passionsspielen: Frederik Mayet

Foto: Passionsspiele Oberammergau

Er spielt nach 2010 wieder Jesus Christus bei den Oberammergauer Passionsspielen: Frederik Mayet

Der Darsteller Frederik Mayet spielt nach dem Jahr 2010 wieder die Rolle von Jesus Christus bei den Oberammergauer Passionsspielen 2020. In einem Interview der Tageszeitung Die Welt erklärt er, welche schwerwiegenden Folgen die Rolle damals für sein Privatleben hatte und wie er dieses Mal besser mit der Herausforderung umgehen will.

Weil er so fokussiert an der Jesus-Rolle arbeitete, habe er 2010 seine Freunde und die Beziehung zu seiner Frau vernachlässigt, was fast zu einem Bruch geführt hätte. „Die Rolle des Jesus hat mein Leben schon extrem bestimmt und verändert“, sagt der 38-Jährige, der nach der Arbeit bei den Passionsspielen an einem Burn-Out litt. In 51 Vorstellungen hatte er das 90 Kilogramm schwere Holzkreuz über die Bühne getragen und sich ans Kreuz schlagen lassen. An ihm zehrten das Nacktsein, die fünf Stunden Dauerpräsenz auf der Bühne und der finale Todeskampf: „Du musst damit jeden Abend neu klarkommen im Kopf.“

Liebäugelte mit Judas-Rolle

In diesem Jahr habe er sich bei der Anfrage fast zu alt für die Jesus-Rolle gefühlt und sein Interesse an der Figur des Judas geäußert: „Ich finde den Judas eine ganz spannende, herausfordernde Figur. Nicht in dem Sinn, wie Schauspieler gern den Bad Guy spielen, sondern wegen der Entwicklung, die er nimmt.“ Mayet ist eigentlich Künstlerischer Leiter des Münchner Volkstheaters. Mit seiner Frau hat der Katholik zwei Kinder und mittlerweile die feste Absicht, dass die Jesus-Rolle nicht wieder so stark in sein Privatleben ausstrahlt.

Die Welt bezeichnet Mayet im Artikel als „ersten wirklichen Popstar in der langen Reihe von Jesus-Darstellern in Oberammergau“. Die Tageszeitung führt das vornehmlich auf sein blondes Äußeres zurück, das einem „Jesus aus dem Bilderbuch“ entspreche. Mayet teilt sich bei den Passionsspielen die Jesus-Rolle mit dem 22-jährigen Schauspieler Rochus Rückel.

Im Jahr 1633 schworen die Oberammergauer, alle zehn Jahre die Passionsspiele aufzuführen, wenn kein Dorfbewohner mehr an der Pest stirbt. So geschah es im Jahr 1634, dass sie das erste Mal die letzten fünf Tage im Leben Jesu nachspielten. Seitdem haben sich die Passionsspiele zu einem internationalen Event entwickelt. Rund 500.000 Besucher werden 2020 in Oberammergau erwartet.

Von: Michael Müller

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