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“Jedes Kind hat das Recht auf Vater und Mutter”

Die Ehe ist einzigartig. Davon ist der katholische Theologe Martin Lohmann überzeugt. Kinder in einer homosexuellen Partnerschaft lehnt er ab. Die lesbische Sängerin Lucy Diakovska hält gleichgeschlechtliche Paare unter Umständen für die besseren Eltern. In Frank Plasbergs Sendung "Hart aber fair" diskutierten sie mit TV-Moderator Ralph Morgenstern und Journalistin Birgit Kelle über das Adoptionsrecht für Homosexuelle.
Von PRO

Foto: WDR/Klaus Görgen

"In einer homosexuellen Beziehung denkt man mehr über das Wohl des Kindes nach. Dem Kind das Beste von beiden geben, es für ein Leben mit Toleranz, viel Liebe und mit viel Verständnis für diese Welt vorbereiten, das ist das Wichtigste." Dieser Ansicht war Lucy Diakovska, ehemaliges Mitglied der Band "No Angels" und einer der Gäste bei Plasberg. Diakovska lebt mit einer Frau zusammen. Beide wollen Kinder. Sie hält es für unwichtig, ob die Eltern aus zwei Frauen, zwei Männern oder einem Mann und einer Frau bestehen. Denn eine Rollenverteilung gebe es in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ebenso. "Fast jedes homosexuelle Paar lässt sich als Äquivalent zu einem heterosexuellen Paar sehen", sagte sie.

Der katholische Theologe und Chefredakteur des konservativen katholischen Senders "K-TV", Martin Lohmann, hielt dem entgegen: Man müsse vom Kindeswohl her denken. Bei der Adoption gehe es darum, für die Kinder die richtigen Eltern zu finden. Nicht andersherum. Das Kind brauche Vater und Mutter und keine "Imitate", stellte Lohmann klar.

Höheres Aggressionspotenzial

Unterstützung bekam Lohmann von der Journalistin Birgit Kelle. Auch sie hob die Wichtigkeit von Mann und Frau in der Kindererziehung hervor. "Jedes Kind hat das Recht auf die Erfahrung von Vater und Mutter. Wir nehmen den Kindern sonst einen Erfahrungshorizont, den sie verdient haben." Sogar im Regierungsprogramm werde die Rolle beider Geschlechter in der Erziehung betont. Kelle nannte die Elternzeit für Väter oder die Bemühungen, mehr Männer in Kindertagesstätten zu beschäftigen, als Beispiel. Für das Vorstandsmitglied des Verbandes "New Women for Europe" ist es deshalb unverständlich, warum es in der Politik überhaupt Diskussionen über ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare gebe. Sie verwies auf Studien, die Kindern von Alleinerziehenden unter anderem eine höhere Neigung zu Aggressionen bescheinigt hätten.

Eine Studie hatte auch Moderator Plasberg parat. Der eingespielte Film stand der Behauptung Kelles entgegen und sagte aus, es gebe "nur wenig Unterscheidung" zwischen Kindern homosexueller Paare mit eingetragener Lebenspartnerschaft und Kindern aus klassischen Familien. Und wenn, dann würden sich Kinder aus gleichgeschlechtlichen Partnerschaften von anderen positiv abheben. Im Endeffekt präge die Beziehungsqualität der Eltern und nicht deren Geschlecht die Kinder.

Überforderte CDU?

Kelle stellte die Methodik der vorgestellten Studie in Frage. Sie habe sie zuvor selbst recherchiert und festgestellt, dass die 2.500 teilnehmenden Kinder nur nach ihrer Selbsteinschätzung befragt worden seien. Auch die Mütter hätten nur ihre eigene Meinung wiedergeben müssen. Und die seien alle lesbisch gewesen. Ein Wissenschaftler sei auch nicht beteiligt gewesen, bemängelte die Journalistin. Lohmann berief sich auf eine jüngere Studie, die das Gegenteil beweise. Am Ende stellten die Gäste, inklusive Plasberg, fest: Es gibt zu wenig repräsentative Ergebnisse.

Zu Gast war auch der homosexuelle CDU-Politiker Stefan Kaufmann. "CDU und schwul – ist das nicht so, als wenn man bei den Grünen für Atomkraft eintritt?", fragte Plasberg ironisch. Er sei ja nicht nur schwul, sondern "ich vertrete auch ein christliches Menschenbild", rechtfertigte sich Kaufmann. Er wolle der CDU "Normalität vorleben". Bei der Adoptionsfrage hielt er sich allerdings zurück. Kaufmann stellte nur fest, dass er persönlich noch keine klare Meinung zu der Frage habe. Seine Partei würde sich aber nicht für die Anpassung des Adoptionsrechts aussprechen. Damit wäre sie überfordert. Den Politiker beschäftigte eher die Frage des "Ehegattensplittings". Bereits im August hatte er die einkommenssteuerliche Gleichstellung von so genannten eingetragenen Lebenspartnerschaften gefordert.

Kostbare Ehe

Journalistin Kelle verwies hier auf die christlichen Wurzeln der CDU. Zu einem christlichen Menschenbild gehörten Mann und Frau. Ihrer Meinung nach würde die CDU durch ein Befürworten der Gleichstellung lediglich Stammwähler verlieren. Hier meldete sich TV-Moderator Ralph Morgenstern zu Wort. Er bezeichnete Ehegattensplitting als "parteiunabhängig". Er fühle sich benachteiligt im Gegensatz zu heterosexuellen Paaren, welche die finanziellen Vorteile automatisch vom Staat erhalten.

Gegen eine Gleichstellung von eingetragenen homosexuellen Partnerschaften mit der Ehe sprach sich Lohmann aus. Beide Partnerschaften seien nicht vergleichbar und die Ehe besonders kostbar. Denn bei ihr gehe es auch um Lebensweitergabe. "Wir müssen mit unseren Kräften verantwortlich umgehen. Und die stärkste Kraft ist die Sexualität", manifestierte der Katholik. Eine homosexuelle Partnerschaft sei keine auf Leben ausgerichtete Sexualität. Diesen Wesenskern gebe es nur bei Mann und Frau. (pro)

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