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Je älter, desto frömmer?

Verändert sich Religiosität im Alter? Und wie wird sie dann gelebt? Mit diesen Fragen hat sich eine Studie des Instituts für Gerontologie und Ethik der Evangelischen Hochschule Nürnberg beschäftigt. Zumindest für die befragten Christen in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayern (ELKB) der "Generation 66 plus" gilt, dass sie so vielschichtig wie ihr Glaube und die Erwartungen an die Kirche ist.
Von PRO

Foto: Astrid Gast (fotolia)



Menschen im Alter sind nicht von vornherein "fromm" oder kirchlich, heißt es in der Erläuterung der Studie. Die Untersuchung habe ergeben, dass es weder "den Glauben" noch "die kirchliche Haltung" gebe. Als Ergänzung zur eigenen Einschätzung wurden Verantwortungsträger aus verschiedensten kirchlichen Institutionen gebeten, zu schildern, wie sie die Menschen in dieser Generation in ihrem Arbeitsalltag wahrnehmen.



Gesünder, selbstbewusster, jugendlicher


Bei Selbst- und Fremdeinschätzung der "Generation 66 plus" ergibt sich kein einheitliches Bild. Die Ergebnisse stimmen lediglich darin überein, dass eine Vielzahl von unterschiedlichen Lebensentwürfen in dieser Generation existiert. Allerdings räumen beide Seiten ein, dass ältere Menschen heutzutage tatsächlich gesünder sind, selbstbewusster und jugendlicher auftreten und oftmals die Möglichkeit haben, eigene Pläne zu verwirklichen.


Die "Generation 66 plus" zeichne sich auf der einen Seite durch finanziell gut ausgestattete, reisefreudige Menschen aus, die moderne Medien nutzten und sich gesellschaftlich engagierten. Zugleich sei eine Vielzahl von Menschen dabei, die schwierigen Lebensumständen gegenüberstünden und von Altersarmut und Einsamkeit betroffen seien.



Wie reagiert die Kirche auf die Ergebnisse?



Der Großteil der Befragten beschreibt sich als zufrieden und zuversichtlich, wobei "zwischen den Zeilen ein gewisser Stolz, auf die im Leben bereits erreichten Dinge, nicht zu überlesen ist", heißt es in der Zusammenfassung der Studie. Unabhängigkeit, Individualität und Selbstbestimmung genieße eine hohe Beliebtheit. Die vorgestellten Ergebnisse würden manche Fragen im Hinblick auf die kirchlichen Angebote für diese Personengruppe aufwerfen.



Die Studie ist in einer Kooperation des Instituts für Gerontologie und Ethik der Evangelischen Hochschule Nürnberg, des Lehrstuhls für Praktische Theologie der Augustana-Hochschule Neuendettelsau und der Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Erwachsenenbildung in Bayern e.V. (AEEB) entstanden. Neben der Befragung der Betroffenen zu ihrem Glauben, ihrer Bindung zur Kirche und ihrer Kirchengemeinde sowie ihrer Lebensgestaltung und ihrem sozialen Umfeld, wurden in einem zweiten Schritt bayernweit 40 Vertreterinnen und Vertreter des evangelischen Lebens um ihre Einschätzung der Denkweise und Lebensgestaltung dieser Generation befragt. Weitere empirische Daten wurden über die Gemeindebriefe in mehreren Kirchengemeinden erhoben.



Die Studienergebnisse werden in etwa vier Wochen in der "Zeitschrift für Gerontologie und Ethik" veröffentlicht, deren erste Ausgabe 2012 als Tagungsband das Symposium "Mit dem Alter kommt der Psalter? – Ein Symposium zur Religiosität 66 plus" dokumentieren wird. Die Zeitschrift ist dann auch über das Institut für Gerontologie und Ethik zu beziehen. (pro)

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