Ganze 33 Namen hat „Reporter ohne Grenzen“ auf einer Liste von exemplarischen „Feinden der Pressefreiheit“ gesammelt. Gemeinsam ist ihnen laut Pressemitteilung: „Sie alle greifen unabhängigen Journalismus und das Recht auf verlässliche Informationen an – nutzen dafür aber unterschiedliche Taktiken.“
Im Bereich Politik zählt die Organisation dazu etwa den russischen Präsidenten Wladimir Putin, aber auch dessen US-amerikanisches Gegenüber Donald Trump. Letzterem werfen „Reporter ohne Grenzen“ eine „beispiellose Offensive“ gegen die Pressefreiheit vor. „Mit verbalen Angriffen, juristischen Einschüchterungsversuchen und politischen Vergeltungsmaßnahmen versucht er, die Berichterstattung zu kontrollieren und Medien, die nicht im Sinne seiner politischen Interessen berichten, zu schaden“, heißt es. Außerdem stehen der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew oder sein belarussischer Amtskollege Alexander Lukaschenko auf der Liste.
Journalisten in Gaza getötet
In der Kategorie „Sicherheit“ listen die Menschenrechtler neben der Kommunistischen Partei Chinas unter anderem die israelischen Streitkräfte. Seit Oktober 2023 habe die Armee in Gaza etwa 220 Journalisten getötet, 63 davon aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit. Zu Journalisten zählen demnach Mitarbeiter unabhängiger Medien, aber auch von Redaktionen, die der Hamas oder der Fatah verbunden sind. Zudem blockiere Israel den Zugang für Medienschaffende zu Gebieten im Südlibanon.
Die israelische Armee selbst hat sich zum Vorwurf, Journalisten getötet zu haben, bereits in der Vergangenheit geäußert. Sie erklärte, die ums Leben gekommenen Journalisten seien Mitglieder der Hamas, des Islamischen Dschihad oder anderer militärisch agierender Organisationen gewesen. „Die IDF nimmt Terroristen ins Visier, nicht Zivilisten oder Profis, die unter dem Schutz internationaler Gesetze stehen“, hieß es zuletzt im Oktober.
Im Bereich Wirtschaft bedrohten die Medienkonzerne „Alphabet“ (Google, Youtube) und „Meta“ (Facebook, Instagram) die Pressefreiheit. Durch ihre übergroße Marktmacht schwächten sie herkömmliche Medienkonzerne. Im Bereich Gesellschaft findet sich unter anderem Tech-Milliardär Elon Musk auf der Liste. Seit er die Plattform „Twitter“ übernommen habe sei sie zu einem „Verstärker von Hassrede und Desinformation“ geworden.
„Reporter ohne Grenzen“ gibt jährlich eine Liste von „Feinden der Pressefreiheit“ heraus. Außerdem veröffentlicht die NGO im selben Turnus eine „Rangliste der Pressefreiheit“, auf der sie die für Journalisten gefährlichsten Staaten benennt.