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Israel und Iran: Twitter als Friedenstaube

Gläubige Juden haben am Donnerstag das Neujahrsfest gefeiert. Der neue iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sorgte mit einem Neujahrsgruß über den Kurznachrichtendienst Twitter für eine Überraschung: Er distanzierte sich von der Holocaust-Leugnung des ehemaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.
Von PRO

Foto: Max Talbot-Minkin, Wikipedia

Das Verhältnis zwischen Israel und dem Iran gilt als verfeindet. Das große Streitthema sind die Atomanlagen. Der Iran reichert Uran an und Israel vermutet, dass die Islamische Republik daraus Atomwaffen herstellt. Der Iran selbst sagt, die Technologie lediglich zur Energiegewinnung einsetzen zu wollen. Der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete den Holocaust mehrmals als Märchen. Der geistliche Führer des Irans, Ajatollah Ali Chomeini, nannte Israel ein „Krebsgeschwür […] im Herzen der muslimischen Welt“. In der Vergangenheit erklärte er: „Der Zionismus ist eine Gefahr für die gesamte Menschheit.“

Irans Außenminister distanziert sich von Holocaust-Leugnung

Zum jüdischen Neujahrsfest Rosch HaSchanah am Donnerstag schickten sowohl der neue iranische Präsident Hassan Ruhani als auch der Außenminister Mohammed Dschawad Sarif Grüße via Twitter. Auf Sarifs Tweet "Frohes Rosch HaSchanah" über den Account @Jzarif konterte die amerikanische Autorin Christine Pelosi (@sfpelosi): „Das neue Jahr wäre noch schöner, wenn Sie die Holocaust-Leugnung des Irans beenden würden.“ Darauf antwortete Sarif: „Der Iran hat das niemals geleugnet. Der Mann, dem nachgesagt wird, dass er das leugnet, ist nun abgetreten. Frohes neues Jahr“.

Präsident Ruhani übermittelte am Mittwoch Juden in aller Welt Glückwünsche zum Neujahrsfest. Er schrieb via Twitter: „Während hier in Teheran die Sonne sinkt, wünsche ich allen Juden, besonders den iranischen Juden, ein gesegnetes Rosch HaSchanah.“ Dazu veröffentlichte der iranische Präsident ein Bild, das einen gläubigen Juden beim Gebet zeigt. Der Twitter-Zugang @HassanRouhani gilt als echt und vom Büro des iranischen Präsidenten autorisiert. Es gibt allerdings von Twitter bislang keine offzielle Bestätigung dafür, dass der Account echt ist.

Zum jüdischen Neujahrsfest wird nach dem Morgengebet das Widderhorn (Schofar) geblasen. Dies soll an die Bereitschaft Abrahams erinnern, seinen Sohn Isaak zu opfern. Deshalb ist das Fest in der Bibel auch als ”Tag des Posaunenschalls” bekannt. Am Nachmittag versammeln sich Juden in der ganzen Welt an Flüssen, Seen oder am Meer, um zu Beginn des neuen Jahres symbolisch ihre Sünden hineinzuwerfen.

Polenz: Erster Schritt für Besserung des Verhältnisses

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), wertet den Tweet als Zeichen der Annäherung zwischen den beiden Ländern. „Ich würde es einen Schritt nennen, ein vorsichtiges Herantasten“, sagte Polenz am Freitag im Deutschlandradio Kultur über den Neujahrsgruß des iranischen Präsident. Noch sei in der Sache kein wirklicher Fortschritt erreicht, Israel sei weiter sehr besorgt über das iranische Nuklearprogramms. „Andererseits halte ich es für klug, wenn Israel jetzt auch versucht, auf die Signale aus dem Iran zu achten“, fügte Polenz hinzu. (pro/dpa)

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