Islamisten richten Blutbad in Nigeria an

Bei einer Serie von blutigen Anschlägen im westafrikanischen Nigeria sind am Freitagabend nach Angaben des Roten Kreuzes mehr als 60 Menschen getötet worden. Andere Quellen gehen von über 90 Toten aus. Islamisten hatten Bomben vor katholischen Kirchen, einem theologischen Seminar und einer Regierungsbehörde gezündet. 
Von PRO

Foto: Bohr, cc-by-sa

Die Angriffsserie begann damit, dass die Terroristen in der Stadt Maiduguri einen mit Sprengstoff beladenden Jeep vor dem Gebäude einer Regierungsbehörde in die Luft sprengten. Aufgabe der Behörde sei es, den Kampf gegen die Sekte zu koordinieren, berichtete die Zeitung "The Nation". Weitere Bomben explodierten vor
katholischen Kirchen und einem theologischen Seminar.

Nach Angaben des BBC-Korrespondenten in Nigeria gab es anschließend längere Schusswechsel, zahlreiche Bewohner hätten fluchtartig die betroffenen Viertel verlassen. Insgesamt dauerte die Attacke rund 90 Minuten. Die drei Angreifer seien ums Leben gekommen, hieß es.

Die "nigerianische Taliban"

Ein Mitglied der radikalislamische Sekte "Boko Haram" bekannte in einem Interview mit der Zeitung "Daily Trust", dass seine Gruppe hinter den Angriffen in den Städten Damaturu und Maiduguri steckt. Die Sekte, die übersetzt in etwa "westliche Erziehung ist eine Sünde" heißt, verübt seit Jahren immer wieder Anschläge auf Polizeistationen und christliche Kirchen. Das Sektenmitglied mit dem Kampfnamen "Abul-Kaka" drohte in dem Interview mit weiteren Anschlägen.

Maiduguri galt lange Zeit als Hochburg von "Boko Haram". Seit Monaten hatten Mitglieder der Sekte dort immer wieder Bomben in Kneipen geworfen, die sie als Ort der Sünde ablehnen. Im August waren bei einem Selbstmordanschlag auf die UN-Gebäude in der Hauptstadt Abuja mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen. Auch in diesem Fall wurde die "Boko Haram" als Drahtzieher vermutet.

Die Sekte lehnt jeden westlichen Lebensstil ab. Unter anderem ist sie strikt gegen Alkoholgenuss. Die 2002 gegründete Gruppe bezeichnet sich selbst auch als "nigerianische Taliban". (dpa/pro)

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