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IS-Propaganda zeigen?

Terroristen der IS im Irak kreuzigen, köpfen und erhängen Menschen. Video- und Fotomaterial ihrer Gräueltaten verbreiten sie im Netz. Die Zeit-Autorin Evelyn Finger meint: Die Medien sollten das Propaganda-Material ruhig zeigen.
Von PRO
Wie sollten Journalisten mit den Terrorbildern des IS umgehen? Evelyn Finger plädiert dafür, dem Grauen ins Auge zu sehen

Foto: CNN|Screenshot pro

Wie sollten Journalisten mit den Terrorbildern des IS umgehen? Evelyn Finger plädiert dafür, dem Grauen ins Auge zu sehen
„Wo es keine Bilder gibt, da gibt es keine Geschichte. Das ist das Gesetz des modernen Zeitungsmachens“, schreibt Evelyn Finger in der aktuellen Ausgabe der Zeit. Deshalb, so ihre These, lohne auch ein Blick auf das Grauen, das der IS derzeit im Irak verbreitet. „Man mag behaupten, der IS möchte mit solchen Tweets Stärke beweisen – Feinde abschrecken und Sympathisanten werben. Das wäre der Zweck der klassischen Propaganda. Doch diese Propaganda ist nicht klassisch, nicht werbend“, antwortet sie in ihrem Text jenen, die sich gegen die Veröffentlichung der Bilder in den Medien aussprechen. Wer IS-Terrorvideos sehe, fühle sich nicht von ihnen angezogen. Vielmehr zeigten sie „Menschen, die ihre Unmenschlichkeit demonstrieren“. Jedem müsse klar sein: „Was hier geschieht, ist abgrundtief böse.“ So hält sie es etwa für übertrieben, wenn Redaktionen das Gesicht des enthaupteten Journalisten James Foley in Ausschnitten aus dem Hinrichtungsvideo der IS pixeln: „Warum sollte es falsch sein, in einem sogenannten still, einem Standbild, den vermummten Mörder mit erhobenem Messer zu zeigen und daneben Foleys gefasstes Gesicht? James Foley bemühte sich ungemein tapfer um Haltung. Er wahrte sein Gesicht angesichts der Peiniger. Die nachfolgende Enthauptung macht ihn zwar zum Opfer. Doch entwürdigend ist die Tat nicht für das Opfer, sondern für den Täter.“

Jesus musste sich auch nicht für sein Leid schämen

Mancher behaupte, Enthauptungen ebenso wie Vergewaltigungen entwürdigten und entehrten die Opfer. Dem widerspricht sie mit einem Verweis auf Jesus Christus. „Das Erleiden von Gewalt ist eine Entehrung nur aus der Perspektive der Macht. Aus der Perspektive der Friedfertigkeit muss der Mensch sich nicht schämen für sein Leid, sondern allenfalls für Gewalt.“ Diese Erkenntnis sei seit 2.000 Jahren im Bild Christi erkennbar. Auch er hänge ungepixelt und mit blutenden Wunden in Tausenden Kirchen. „Nach christlichem Verständnis erlöst sein Leiden die Welt. Aber auch wer kein Christ ist, kann an Christus erkennen, dass sich nicht das Opfer verstecken muss.“ Sie schließt: „Was von Tätern selbst zu propagandistischen Zwecken hergestellt wird, ist in einer Zeitung nicht automatisch Propaganda.“ Ohne die Erkenntnis dessen, was IS sei und wie er handle, blieben die Menschen im Irak allein dem Grauen ausgeliefert. „Deshalb sollten wir die Bilder des Grauens anschauen. Einige wenigstens.“ (pro)
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