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Irland erlaubt Schwangerschaftsabbrüche

Als letztes EU-Land erlaubt Irland Abtreibungen. Das Parlament in Dublin stimmte in der Nacht zum Freitag einem entsprechenden Gesetzesentwurf zu – gegen den Widerstand der katholischen Kirche.

Von PRO

Foto: informatique (CC BY-SA 2.0)

Mit 127 zu 31 Stimmen entschieden sich die Politiker für den Gesetzesentwurf der konservativ-sozialdemokratischen Regierung, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Abtreibungen sind demnach erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Auch wenn ein Selbstmord droht, kann eine Schwangerschaft künftig abgebrochen werden. Vor dem Parlament demonstrierten Medienberichten zufolge einige Befürworter des Gesetzes, vor allem aber Gegner. Auch die katholische Kirche in Irland hatte sich massiv gegen das Gesetz gewehrt. Die Neuregelung zeuge von dem schwindenden Einfluss der Kirche in dem einst erzkatholischen Land, schreibt die Agentur Reuters. Drei Viertel der Iren seien für das neue Gesetz.

Ministerpräsident Enda Kenny kämpfte zuletzt mit starkem Widerstand aus den eigenen Reihen. Fünf Abgeordnete seiner Partei Fine Gael stimmten gegen die Vorlage und wurden aus der Fraktion ausgeschlossen. Seine langjährige Verbündete Lucinda Creighton muss ihr Amt als Europaministerin abgeben. „Es kann keinen Kompromiss bei so grundsätzlichen Dingen wie Leben und Tod geben”, sagte sie laut Reuters.

Irland war das letzte Land der EU, in dem Schwangerschaftsabbrüche verboten waren. Im November kam eine 31-Jährige um, deren Kind im Mutterleib gestorben war. Ihr wurde eine Operation zur Entfernung des toten Fötus verweigert. Dieser Vorfall fachte die Abtreibungsdebatte erneut an, nachdem das Verfassungsgericht die Eingriffe bereits 1992 erlaubt hatte, das Urteil aber nie umgesetzt worden war. Befürworter verweisen zudem auf sogenannte „Abtreibungs-Reisen”: Britischen Statistiken zufolge reisen pro Tag elf Irinnen für einen Eingriff nach England oder Wales. Abtreibungskliniken in Manchester berichten davon, dass ein Viertel ihrer Patientinnen von der Nachbarinsel kommen, heißt es bei Reuters. (pro)

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