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Irakischer Priester: Westen schaut IS-Terror tatenlos zu

Die Terrororganisation Islamischer Staat eroberte vor einem Jahr die irakische Stadt Mossul. Der dort ansässige katholische Bischof mahnt den Westen an, die Region vom Terror zu befreien. Andernfalls bedeute dies den Untergang seiner Kirche im Irak.
Von PRO
Erzbischof Yoanna Petros Mouche verlangt von den Weltmächten, vom IS bedrohte Orte zu befreien
Erzbischof Yoanna Petros Mouche verlangt von den Weltmächten, vom IS bedrohte Orte zu befreien
Der irakische Erzbischof Yohanna Petros Mouche und die syrisch-katholischen Gemeinden sind vom Vormarsch des Islamischen Staates (IS) direkt betroffen. Der Geistliche bittet und verlangt am Mittwoch im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von den Weltmächten, „schnellstmöglich unsere Orte zu befreien und uns Sicherheit zu gewähren“. Mouche fragt sich, warum die Welt sein Volk dem langsamen Tod überlasse. „Die Menschen im Westen kämpfen für den Erhalt vom Aussterben bedrohter Tierarten. Wie können sie dann tatenlos zusehen, wenn ein ganzes Volk vertrieben wird? Wie können sie zusehen, wie es langsam, aber stetig aus der Menschheitsgeschichte verschwindet?“, fragt er. Wenn ein Drittel der syrisch-katholischen Kirche in alle Welt verstreut werde, bedeute dies den Untergang dieser Kirche. Die Weltmächte und der Westen sollten sich Mühe geben, den IS aus dem Land zu vertreiben. „Heute sind sie bei uns. Morgen werden sie bei euch sein.“

„Wir dienen niemandem außer Christus“

Vor den Angriffen der IS-Kämpfer im Irak lebten die syrisch-katholischen Christen gemeinsam mit anderen Minderheiten in einem Gebiet, in dem Muslime die Mehrheit bilden. „Unsere Beziehung zu allen diesen Nachbarn war sehr gut. Die Muslime haben uns aufgrund unserer kulturellen Teilnahme an der Gesellschaft akzeptiert, viele haben uns ihren Respekt erwiesen.“ Schließlich hätten die sunnitischen Araber aus den umliegenden Dörfern die Christen an den IS verraten. Damit sei das Vertrauen verloren. An die in der Region lebenden Christen stellte die Terrororganisation Bedingungen: Sie könnten nur in der Region bleiben, wenn sie zum Islam konvertierten oder Schutzgeld zahlten. Beides lehnte Mouche ab: „Christus hat uns befreit, und wir dienen niemandem außer dem Herrn. Konvertieren ist für uns undenkbar.“ Auch die Zahlung von Schutzgeld lehnten die Christen ab. Daraufhin rächten sich IS-Kämpfer an den Christen, überfielen sie, beschlagnahmten ihre Autos und sämtliche Eigentümer, und vertrieben sie schließlich aus ihren Häusern. So schildert Mouche das Vorgehen des IS. Die Erzbischof wollte seinen neuen Bischofsitz im nahe Mossul liegenden Karakosch nicht verlassen. Das Drängen seiner Gemeindemitglieder habe ihn aber überzeugt. Nachts verließen sie die Stadt, ohne etwas mitzunehmen. „Das war ein großer Fehler. Wir haben all unsere Grundbücher, historische Bücher und andere Schriften, in einem Wort unsere gesamte Geschichte und Identität, dort zurückgelassen.“

„Wir brauchen euch für die Zukunft des Gebietes, nicht als Märtyrer“

Mouche wünscht sich die Bewaffnung seines Volkes zur Selbstverteidigung. „Wir wollen keinen Krieg führen. Wir sind ein friedliches Volk.“ Zu der jungen Generation in seiner Gemeinde sagt der Geistliche: „Wir brauchen euch für die Zukunft unseres Gebietes, nicht als Märtyrer. Aus manchen westlichen Ländern kommen Bedauern und Mitleidsbekundungen, aber kein Handeln. Dies nähre Mouches Zweifel an ihrer Unschuld. „Dass er [der Westen] sich bis jetzt nicht ernsthaft bemüht, die Region zu retten, zeigt doch nur, dass er die kriegerischen Grausamkeiten akzeptiert“. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/is-will-christen-aus-jerusalem-vertreiben-92648/
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