Das christliche Medienmagazin

iPhone-App “Jude oder nicht?” verboten

War Marily Monroe Jüdin? Und wie steht es mit Frankreichs Staatspräsident Nikolas Sarkozy? Die iPhone-Anwendung "Jew Or Not Jew" gibt Auskunft darüber, welche Prominenten jüdischer Abstammung sind. In Frankreich wurde diese App nun verboten.
Von PRO

Foto: pro / Markcooz

"Wussten Sie, dass Bob Dylan Jude ist? Natürlich. Aber war auch Marily Monroe Jüdin? Und was ist mit Harrison Ford?" Mit diesen Worten lädt die App "Jew Or Not Jew?" (Jude oder nicht Jude?) zum Kauf der 1,59 Euro teuren App für das iPhone ein. Sie verrät, ob eine berühmte Person jüdisch ist oder nicht.

Wie der Computerhersteller Apple am Mittwoch mitteilte, hat er die App "Juif ou pas Juif?" aus dem französischen App-Store entfernt. Die französische Gruppe "SOS Racisme" habe sich beschwert und mit Klage gedroht, hieß es.

"Diese App verstößt gegen das dortige Gesetz und ist in Frankreich nicht mehr im App-Store enthalten", bestätigte Apple-Sprecher Tom Neumayr gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Tatsächlich hat es der französische Gesetzgeber nach dem Zweiten Weltkrieg verboten, Informationen über die religiösen Hintergründe von Personen ohne deren Erlaubnis zu veröffentlichen. Vergehen gegen dieses Gesetz können mit fünf Jahren Gefängnis und der Zahlung von 300.000 Euro geahndet werden.

Der Programmierer der App, der 35-jährige Johann Levy, sagte gegenüber AFP in Paris, dass er selber Jude sei und seine Software nicht dazu gedacht sei, Menschen zu beleidigen oder zu diskriminieren. "Ich bin kein Sprecher für alle Juden, aber ich bin selbst Jude und weiß, dass in unseren Kreisen öfter mal gefragt wird, ob dieser oder jener Prominente wohl jüdisch ist oder nicht. Für mich ist da nichts Beleidigendes daran, wenn man sagt, jemand ist Jude oder nicht. Im Gegenteil, es kann einen stolz machen."

Die App ist unter dem Namen "Jew Or Not Jew" in den App-Stores außerhalb Frankreichs weiter erhältlich. Die Anwendung, die am 9. August online ging und nur für Nutzer über 12 Jahre empfohlen wird, basiert auf einer Datenbank mit rund 3.500 Personen. Nikolas Sarkozy etwa, der französische Staatspräsident, sei Jude, erfährt man da. Ebenso wie der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, der Modedesigner Calvin Klein, der Erfinder des Autos "Citroën" oder die amerikanische Schauspielerin Marilyn Monroe, die zum Judentum konvertierte. Der User kann mit einem Button angeben, ob er bereits wusste, dass diese oder jene Person jüdisch ist oder nicht. Außerdem kann er die Neuigkeit seinen Freunden bei "Facebook" mitteilen und die Richtigkeit der Informationen anzweifeln. (pro)

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Meinung sagen. Gerne klar, ehrlich, prägnant – aber bitte immer respektvoll, damit sich viele Menschen mit unterschiedlicher Meinung beteiligen. Daher achten wir besonders auf eine respektvolle Debattenkultur.
Jeder Leserkommentar wird vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte beachten Sie dazu unsere Kommentar-Richtlinien. Manchmal kann es etwas dauern, bis ein Kommentar freigeschaltet ist. Sie haben ab Veröffentlichung sieben Tage Zeit, einen Artikel zu kommentieren. Danach wird der Kommentarbereich automatisch geschlossen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen