Das christliche Medienmagazin

Internetaktivitäten von Kindern können teuer werden

Eltern haften auch für die Internetaktivitäten ihrer Kinder. Diese Entscheidung des Landgerichtes München I wurde jetzt bekannt. Die elterliche Aufsichtspflicht gelte auch für das Internet, so die Richter.
Von PRO

Eine Fotografin hatte gegen die Eltern einer 16-Jährigen geklagt, die 70 Fotos von der Homepage der Klägerin hochgeladen und daraus ein Video erstellt hatte. Dieses Video stellte das Mädchen auf zwei Internetportalen ein. Die Fotografin verlangte Schadenersatz für die Verletzung des Urheberrechts.

Eltern sind verpflichtet, Kinder aufzuklären

Die Münchener Richter gaben der Klage statt. Eltern seien verpflichtet, mit ihren Kindern darüber zu sprechen, was diese im Internet beachten müssen, urteilte das Gericht laut Welt Online. Die Angeklagten hätten ihre Aufsichts- und Belehrungspflicht verletzt.

Laut dem Internetportal “Heise.de” argumentierten die Eltern damit, dass ihre Tochter versierter im Umgang mit dem Computer sei als sie selbst. Diesen Einwand ließen die Richter nicht gelten, sie bewerteten einen Computer mit Internetverbindung als “gefährlichen Gegenstand”. Daher sei eine Belehrung grundsätzlich zu fordern, denn die Nutzung eines Computers mit Internetanschluss berge “erhebliche zivilrechtliche Haftungsrisiken, von den Gefahren, die durch jugendgefährdende Inhalte ausgehen, ganz zu schweigen”.

Die elterliche Aufsichtspflicht erfordere auch eine laufende Überwachung, ob sich die Internetnutzung durch das Kind in dem durch die einweisende Belehrung gesteckten Rahmen bewegt”, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Inhaber eines WLAN trägt Verantwortung

In der Vergangenheit fiel die Rechtsprechung zu dem Thema unterschiedlich aus. So urteilte laut “heise online” das Oberlandesgericht Frankfurt im Dezember 2007, dass minderjährige Familienmitglieder “vor der Nutzung (des Internets) zu belehren” seien, eine Überwachung der Internetaktivitäten von Minderjährigen müsse aber nur stattfinden, wenn es “konkrete Anhaltspunkte für Urheberrechtsverletzungen” gebe.

Im Juli 2006 urteilte das Landgericht Hamburg, dass das Überlassen eines Internet-Zugangs die Eltern dazu verpflichte, die Internet-Nutzung ihrer Kinder zu überprüfen und gegebenenfalls einzuschreiten. Auch wer ein Funknetzwerk betreibe, müsse Vorsorge vor dem Missbrauch durch Dritte treffen. Betreiber haften laut den Hamburger Richtern auch für den Missbrauch eines ungeschützten WLAN-Netzwerkes durch Dritte.

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Meinung sagen. Gerne klar, ehrlich, prägnant – aber bitte immer respektvoll, damit sich viele Menschen mit unterschiedlicher Meinung beteiligen. Daher achten wir besonders auf eine respektvolle Debattenkultur.
Jeder Leserkommentar wird vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte beachten Sie dazu unsere Kommentar-Richtlinien. Manchmal kann es etwas dauern, bis ein Kommentar freigeschaltet ist. Sie haben ab Veröffentlichung sieben Tage Zeit, einen Artikel zu kommentieren. Danach wird der Kommentarbereich automatisch geschlossen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen