Was Christen in Blogs beschäftigt, bildet Theoradar ab
Was Christen in Blogs beschäftigt, bildet Theoradar ab
Die neue Internetseite Theoradar sammelt, was sich in christlichen Blogs für Diskussionen abspielen
Die neue Internetseite Theoradar sammelt, was sich in christlichen Blogs für Diskussionen abspielen

Neues Forum: Worüber diskutieren christliche Blogs?

Was sind die brennenden Themen in christlichen Blogs? Welche gesellschaftlichen, kirchlichen oder politischen Themen finden besonders viel Resonanz in den sozialen Netzwerken? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neu gestartete Plattform Theoradar. pro hat sich mit dem Gründer der Plattform, dem Theologen Fabian Maysenhölder, unterhalten.

pro: Was waren die Beweggründe, um die Seite zu gründen?

Fabian Maysenhölder: Der Gedanke war, einen Anlaufpunkt zu schaffen, der die Themen abbildet, die Christen auf Blogs diskutieren und auch diejenigen, die auf besonders viel Resonanz stoßen. Die Gesamtheit aller christlichen Blogs ist sehr unübersichtlich. Selbst wer dort häufig unterwegs ist, nimmt nur einen bestimmten Dunstkreis wahr. Mit Theoradar wollen wir bewusst unterschiedliche christliche Blogs abbilden, um zum Nachdenken anzuregen, seine Ansichten zu hinterfragen, aber auch um sich aufzuregen.

Dafür gab es bisher noch keine Seite im Internet?

Mir ist keine einzige bekannt. Es gibt 10000flies.de, da geht es jedoch um „normale“ Nachrichten und Blogs, die eine enorme Reichweite besitzen müssen, um dort aufzutauchen. Für die Intention von Theoradar ist das unbrauchbar.

Sie und ihr Partner Tobias Sauer sind ja ein evangelischer und ein katholischer Theologe: ist das bewusst ein ökumenisches Projekt oder wie haben Sie sich gefunden?

Theoradar zieht bewusst keine konfessionellen Grenzen. Auch aus oben genannten Gründen: Wir wollen einladen, sich selbst zu hinterfragen, indem man auch mal auf Beiträge von Blogs stößt, die man sonst nicht lesen würde.

Wie funktioniert die Umsetzung praktisch?

Kurz gesagt: Theoradar scannt die RSS-Feeds der Blogs, die in der Quelldatenbank vorhanden sind. Neue Beiträge werden erfasst und auf Social-Media-Interaktionen ausgewertet. Diese werden dazu zusammengerechnet und daraus wird ein Ranking-Wert erstellt.

Welche Beobachtungen machen Sie: Worüber reden Christen im Internet und worüber nicht?

Das werden wir sehen. Zum Projektstart ist das noch nicht auszumachen. Geplant ist, einmal im Monat auf dem begleitenden Blog eine Auswertung des vergangenen Monats zu machen.

Wie wählen Sie Ihre Beiträge/Blogs aus?

Die Beiträge werden nicht ausgewählt und nicht moderiert. Die Leser wählen es aus, indem sie die Beiträge in den sozialen Medien teilen, kommentieren, liken! Alle Portale, die einen Blog haben, können vertreten sein. Sollte ein Blog gesetzlich grenzwertige Inhalte verbreiten, wird er aus der Datenbank entfernt. Ich habe für meine Doktorarbeit die christliche Blogosphäre erfasst. Darauf basiert die Quell-Datenbank.

Wenn Blogs, aber nicht reichweitenstärkere Medien ausgewertet werden, lässt sich dann überhaupt sagen, worüber im christlichen Bereich gerade diskutiert wird?

Es geht uns ja gerade darum, zu zeigen, welche Themen Christen selbst aufgreifen - abseits der Medien. Geplant ist, irgendwann einen separaten Bereich für christliche Medien oder christliche Themen in säkularen Medien aufzubauen. Vorrangig geht es aber um Blogs, weil sich dort Christen äußern, die ein Thema für so relevant halten, dass sie sich die Mühe machen, darüber zu schreiben. Völlig egal, ob und wie sehr es in den Medien aufgegriffen wird.

Was ist das Ziel des Projekts?

Wir möchten einen Anlaufpunkt bieten, Neues zu entdecken. Eine Bündelung der Blogosphäre, ein Einstiegspunkt, im Bewusstsein, dass dies nur die Spitze des Eisbergs sein kann.

Möchten Sie auch Menschen evangelisieren? Oder ist die Seite eher für „Insider“ gedacht?

Weder noch. Gedacht ist die Seite für interessierte Christen, die sich im Internet bewegen und dort auch abseits der bekannten Medien über Themen informieren wollen, die gerade relevant sind.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Johannes Weil. (pro)

Von: jw

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