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„Ich bin bei The Voice, um mit Leuten über Jesus zu sprechen“

Pastor Kirk Smith tritt am Freitagabend in den Battles der Castingshow „The Voice of Germany“ an. pro verrät der 45-Jährige, warum für ihn der Sieg der Show nur Nebensache ist und berichtet, wie es backstage mit den anderen christlichen Kandidaten abläuft.
Von PRO
Kirk Smith (l.) mit seinem Battle-Partner. Am Freitag singt der fünffache Vater bei „The Voice of Germany“ um das Weiterkommen in der Show
Kirk Smith (l.) mit seinem Battle-Partner. Am Freitag singt der fünffache Vater bei „The Voice of Germany“ um das Weiterkommen in der Show

pro: Die Sängerin Ivy Quaidoo hat die erste Staffel The Voice gewonnen. Sie sang Woche für Woche in deinem Jugendgospelchor. Folgt jetzt der Gospelchor-Leiter seiner Chor-Sängerin?

Kirk Smith: Teilweise hat Ivy mich motiviert, bei der Sendung dabei zu sein. Sie hat immer zu mir gesagt: Kirk, du hast so eine tolle Stimme, du muss auch mitmachen. Ich dachte, nein, das ist nichts für mich. Aber jetzt sehen wir: Ich bin auch Teilnehmer. Letztes Jahr wollten sie mich bereits bei The Voice of Germany haben. Damals habe ich gesagt, das ist nichts für mich, ich bin Pastor. Ich weiß nicht, ob es das ist, was Gott für mich will. Dieses Jahr wurde ich nochmal von The Voice angesprochen. Ich sagte: Gott, was ist denn das hier, soll ich mitmachen oder nicht? Dann habe ich viel mit meiner Frau und der Gemeinde gebetet. Und tatsächlich glaube ich, die Teilnahme war das Richtige für diese Zeit.

Inwieweit siehst du dich bei The Voice als Botschafter Jesu?

Dass The Voice keine Plattform ist, um zu predigen, das weiß ich. Es ist eine Plattform, um Gottes Geschenk, die Stimme, zu zeigen. Für mich als Botschafter zählt, was ich mache, wenn dieses Lied und der Auftritt vorbei ist. Als gläubiger Botschafter repräsentierst du Gott. Seit den Blind-Auditions wollen viele Zuschauer meine Geschichte hören. Viele fragen mich, warum ich als Christ und Pastor mitmache. Ich antworte: Gott schaut nicht, wie wir aussehen, er liebt uns, wie wir sind. Und die Leute müssen das wissen. Aus Hannover sind Besucher zu uns in die Gemeinde nach Berlin gekommen. Sie haben ihr Leben Jesus gegeben durch diese Show. So erlebe ich, was Gott durch The Voice macht.

Du hast dich für Coach Samu Haber entschieden, weil er dich aus deiner „Comfortzone“ holen möchte, so hat er es gesagt. Welche musikalischen Entwicklungen erwartest du bei The Voice?

Ich bin nicht wegen einer Entwicklung zu The Voice gegangen. Ich wollte nur da stehen, wie es in der Bibel steht: „Also lasst euer Licht leuchten vor den Leuten“. Das war mein Ziel. Ich erwarte nicht, dass mir jemand Entwicklung bringt. Samu hat das Schlüsselwort Comfortzone benutzt. Ich war in einer Comfortzone – nämlich das Singen für die Leute in der Kirche. Ich habe im Geist gespürt, ich möchte aus dieser Comfortzone rauskommen, mit der Stimme, die mir Gott gegeben hat und sie vor vielen Leuten nutzen. Aber es kommt auch eine Zeit, in der ich darüber sprechen darf, wie Gott in meinem Leben wirkt. Genau das war mein Ziel. Und ich habe diese Chance, mit Samu darüber zu sprechen.

Wie läuft das backstage bei The Voice ab, zwei Pastoren sind im Rennen und mindestens zwei weitere christliche Teilnehmer?

Ich war überrascht, dass so viele Christen bei The Voice dabei sind, nicht nur Kandidaten, sondern auch Kameraleute, Begleiter, mein Vocalcoach ist ein Pastorenkind. Wir beten ganz viel miteinander. Mit dem Teilnehmer Kristian Madarasz, der wie ich Pastor ist, haben wir auch ein bisschen Lobpreis hinter der Bühne gemacht. Da schon alle wissen, dass ich Pastor und Christ bin, kommen Teilnehmer zu mir und fragen mich, ob ich für sie beten kann, wegen Schwierigkeiten zu Hause, weil sie einen Angehörigen verloren haben oder weil sie nervös sind. Ich persönlich bin gerade deswegen bei der Show dabei, damit ich mit Leuten beten und mit ihnen über Jesus sprechen kann.

Auf Facebook hast du geschrieben „God is Faithful to His promises! … The Best is yet to come!“ – Wie erlebst du das Wirken Jesu Christi in deinem Leben?

Ich bin fünffacher Papa, ich predige, ich arbeite noch in einem Nebenjob, meine Frau ist Flugbegleiterin, ich muss kochen, waschen, ich muss meine Predigten vorbereiten, kurz vorm Gottesdienst diskutieren meine kleinen Kinder, tollen rum, wir haben Gebetsstunde – ich habe so viel zu tun. Viele Leute fragen, wie ich das schaffe. Ich sage: Ich schaffe das nicht allein, ich schaffe das nur mit Gottes Hilfe und seiner Kraft. Deswegen ist das Gebet in unserem Haus ganz wichtig. So erlebe ich Gott jeden Tag. Ich sehe, was Gott gemacht hat. Er hat mir gezeigt, was ich mit meinem Geschenk, mit meiner Stimme, schaffen kann.

Während du erzählst, bekommt man den Eindruck, dass der Sieg der Show Nebensache ist. Ist es dein Ziel, The Voice zu gewinnen?

Ich bin 45 Jahre alt, ich habe eine ganz andere Perspektive. Ich habe schon gewonnen. Ich möchte nicht verrückt klingen, aber ich will die Show nicht gewinnen. Ich will nur so weit gehen, wie der Herr mich bringt. Was der Herr sagt, wird er schenken. Wenn ich denke, ich muss gewinnen, dann kommt das von mir. Ich will nur, was Gott für mich will, mehr nicht. Ich bin schon ein Gewinner, seitdem ich Jesus in meinem Leben habe. Das will ich jedem sagen.

Seit wann hast du Jesus in deinem Leben?

Ich bin mit der Kirche aufgewachsen. Als ich klein war, war ich immer drei Mal die Woche in Chicago in der Kirche. Aber ich hatte nie eine Beziehung zu Jesus, bis ich 29 Jahre alt war. Erst dann war ich offen für ihn.

Gab es ein besonderes Erlebnis?

Ich war hier in Deutschland, als ich errettet worden bin, 1998 oder 99. Bevor ich zu Jesus gekommen bin, habe ich viel mit R‘n‘B und Soul-Musik gemacht. Ich habe ein Demoband für eine Plattenfirma in Berlin aufgenommen. Als die Aufnahme fertig war, bekam ich einen Anruf, eine Anfrage für eine Gospel-Tour. Ich war damals arrogant und habe gesagt, ich habe keine Zeit. Die Plattenfirma, bei der ich mich beworben hatte, schickte mir eine Absage. Ich war ganz unten, fertig, wollte wieder zurück nach Amerika gehen. Meine Frau meinte dann: Der Gospel-Anruf, das ist es. Ich glaube, Gott will, dass du für ihn singst. Ich habe schließlich zugesagt. Drei Tage danach auf der Tour wollte ich vor dem Publikum singen, aber ich konnte nicht, ich fühlte mich nicht bereit, ich habe geweint. Die Leiterin fragte mich, warum ich weine. Ich antwortete: Ich fühle mich wie Dreck. Ich kann nicht Gospel vor den Leuten singen – Oh Happy Day, Amazing Grace – über etwas, was ich nicht kenne. Ich will Gott nicht enttäuschen. Sie fragte, was ich tun will. Und ich sagte: Ich will Jesus in meinem Leben haben. Wir haben für mich gebetet. Das erzähle ich nicht so oft: In meinem Hotelzimmer in Stuttgart war Gott bei mir im Zimmer. Die Tür war zu. Durch die Finsternis kam ein ganz großes Licht auf mich zu. Ich musste auf meine Knie gehen, und ich habe geweint und geschrien. Seitdem habe ich diesen Auftrag. Ich weiß, dass Jesus wahr ist. Wenn ich nur eine Person davon überzeugen kann, dass es Jesus gibt, dann bin ich ein Gewinner. Eigentlich nicht ich, sondern diese Person ist ein Gewinner.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Martina Schubert
https://www.pro-medienmagazin.de/fernsehen/detailansicht/aktuell/kirche-so-simpel-wie-moeglich-repraesentieren-89827/
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/detailansicht/aktuell/wir-sind-alle-wunderkinderbjoern-amadeus-kahl-beeindruckt-bei-der-musik-show-the-v/
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/detailansicht/aktuell/voice-of-germany-saenger-bekennt-sich-als-christ-89711/
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