Hubertus Heil fordert „lautere Kirchen“

Angesichts zunehmender Krisen und gesellschaftlicher Veränderungen verlieren viele Menschen das Vertrauen in die Demokratie und politische Institutionen. Gerade jetzt sollten Kirchen die Stimme erheben, fordert Hubertus Heil.
Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil vermeidet beim neuen Sozialgesetzbuch die Zahl 13

Der SPD-Politiker Hubertus Heil hat die Kirchen zu mehr Engagement angesichts eines zunehmenden Vertrauensverlusts in der Gesellschaft aufgefordert. Trotz der zunehmenden Säkularisierung in Deutschland komme den Kirchen eine “zentrale gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu“, sagte der Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften in der SPD beim Forum Kirche und Politik am Freitag in Berlin.

Nicht nur das Vertrauen in die Kirche, sondern auch in Demokratie und staatliche Institutionen leide massiv. „Ohne Vertrauen ist die Demokratie in Gefahr“, sagte der ehemalige Arbeitsminister. Daher wünsche er sich „eine lautere Kirche“, die nicht zu gesamtgesellschaftlichen Debatten schweige. Denn „eine stumme Kirche
ist eine dumme Kirche“, sagte er erneut.

Kerstin Griese: Vertrauen braucht eine starke soziale
Infrastruktur

 Die Co-Sprecherin des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD, Kerstin Griese, forderte, die breite Zivilgesellschaft zu stärken, um dem Vertrauensverlust entgegenzuwirken. „Vertrauen kann nur wachsen, wenn es diese Vielfalt gibt“, sagte sie. Auch sei es wichtig, die individuellen Sorgen der Menschen ernst zu nehmen. „Immer mehr Menschen haben Angst vor der Zukunft“, sagte sie und wies in diesem Zusammenhang auch auf steigende Zahl psychischer Erkrankungen hin.

Um dieser Angst entgegenzuwirken und wieder Vertrauen zu schaffen, sei es wichtig, die soziale Infrastruktur zu stärken, sagte Griese. Sozialdemokratie müsse wieder lernen, aktiv Vertrauen zu schaffen und „Sicherheitsgefühl und Fortschrittsglauben“ innerhalb der Gesellschaft zurückzugewinnen.

epd
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