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Huber: “Kraft des Pietismus nutzen”

Bischof Wolfgang Huber hat das missionarische Engagement pietistischer Gruppierungen gelobt. In der christlichen Monatszeitschrift "zeitzeichen" sprach er über Unterschiede, Gemeinsamkeiten und die Unverzichtbarkeit evangelikaler Strömungen.

Von PRO

Foto: Zukunftswerkstatt/ EKD

"Eine Kirche, die sich missionarisch neu ausrichten will, und das ist ja unsere erklärte Absicht, kann ohne die Kraftquellen des Pietismus nicht auskommen", erklärte Bischof Wolfgang Huber im Interview. Der Pietismus sei eine wichtige Frömmigkeitsrichtung in der evangelischen Kirche. In den vergangenen Jahren sei es gelungen, das Verhältnis zwischen EKD und Pietismus zu entspannen, zitiert der Evangelische Pressedienst (epd) den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Huber sprach auch Unterschiede zwischen evangelikalen Strömungen und Landeskirche an. So habe die EKD ein kritisches Verhältnis zu bestimmten Entwicklungen wie dem Kreationismus oder der Absolutsetzung gewisser sexualethischer Positionen. Wenn aber bestimmte Medien alle, die sie als evangelikal betrachten, als fundamentalistisch bezeichneten, sei das sehr undifferenziert, sagte Huber. Damit verwies er etwa auf den ZDF-Beitrag der Sendung "Frontal 21" über Missionseinsätze von Jugendlichen . "Auf der anderen Seite kann und will die EKD nicht ein undifferenziertes Ja zu allem sagen, was evangelikal ist oder sich so versteht", zitiert der epd weiter.

Gegen Gewohnheitsatheismus

Huber rief Christen auch dazu auf, sich mit der weltweit wachsenden Pfingstbewegung zu beschäftigen und ihre Impulse aufzunehmen. Die Gottesdienste der Pfingstkirchen seien "oft näher an der Lebenswirklichkeit der Menschen als unsere Gottesdienste". Auch insgesamt beobachte Huber in Deutschland ein stärkeres Interesse an Religion als vor einem Jahrzehnt. In seinem Tätigkeitsbereich, der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, wirke aber noch immer der "Gewohnheitsatheismus der DDR" nach. Auch im Osten Deutschlands müsse Kirche die christliche Botschaft verkünden: Er könnte sich nie mit einer Kirche abfinden, "die sich in eine Nische der Gleichgesinnten zurückzieht". Kirchliche Beteiligung dürfe zudem nicht auf den Besuch des Sonntagsgottesdienst oder bestimmter Amtshandlungen reduziert werden. "Die Pluralisierung der Gesellschaft schlägt sich auch in einer Pluralisierung der Beteiligung am Leben der Kirche nieder." (PRO)

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