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Hirschhausen: Krankheiten sind keine Strafe Gottes

Spiritualität und Humor gehören für den Kabarettisten Eckart von Hirschhausen zusammen. Ernst wird der Mediziner allerdings, wenn es um zwielichtige Heilungsangebote geht.
Von PRO
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Eckart von Hirschhausen engagiert sich mit seiner Stiftung „Humor hilft heilen“ für gesundendes Lachen und Humor in der Medizin

Foto: pro/Norbert Schäfer

Eckart von Hirschhausen engagiert sich mit seiner Stiftung „Humor hilft heilen“ für gesundendes Lachen und Humor in der Medizin

Für den Mediziner und Kabarettisten Eckart von Hirschhausen gehören Spiritualität und Humor zusammen. Beim Jahresempfang der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) am Donnerstag in Berlin appellierte der Arzt für eine Entkrampfung im Streit zwischen Schulmedizin und alternativen Methoden. Allerdings warnte er in seinem Vortrag vor zweifelhaften Angeboten vom „Schwarzmarkt” der Medizin, auf dem mit den Ängsten von Menschen gespielt werde. Die „Unterscheidung der Geister“ sei auch eine „Unterscheidung der Früchte”, erklärte von Hirschhausen im Hinblick auf die Behandlungserfolge zwielichtiger Heilungsangebote.

„Gerade wenn wir Angst haben, sind wir extrem magisch unterwegs.” Auf Facebook suchten verzweifelte, kranke Menschen um Hilfe. Etwa im Kampf gegen Krebs. Hilfesuchende ließen sich in der Hoffnung auf Heilung dazu bringen, Chlorbleiche zu trinken, mit der Böses, das für die Krankheit verantwortlich gemacht werde, aus dem Körper gespült werden soll. Hirschhausen bezeichnete derlei Methoden als modernen Exorzismus. Krankheiten sind seiner Meinung nach keine Strafe Gottes. Dennoch sei „Bullshit” immer interessanter als die Wahrheit, sagte Hirschhausen über die mannigfaltigen und obskuren Theorien zu den Ursachen von Krankheiten.

Menschen hätten ein Kausalitätsbedürfnis und verstiegen sich daher oft zur Erklärung von Krankheiten und Leiden in absurde Theorien, die wissenschaftlich nicht haltbar seien. Versprechen, ein Mensch werde gesund, wenn er nur richtig bete, bewertete Hirschhausen kritisch. „Heil zu sein, heißt nicht, frei von Krankheiten zu sein”, sagte der Mediziner. In den Gottesdiensten sollten statt der Verstorbenen besser die Kranken abgekündigt und die Gemeindeglieder zu Krankenbesuchen ermutigt werden. „Wenn es ein Priestertum aller Gläubigen gibt nach Luther, dann gibt es auch ein Heilertum aller Gläubigen”, sagte Hirschhausen.

Eckart von Hirschhausen ist von Beruf Arzt. Er tritt als Kabarettist und Moderator zu Wissens- und Medizinthemen auf. Als Autor wurde Hirschhausen, der nach eigenen Angaben aus einer „Dynastie von Pastoren” stammt, bekannt durch seine Bücher „Arzt-Deutsch“ und „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben”. Hirschhausen engagiert sich mit seiner Stiftung „Humor hilft heilen“ für mehr gesundendes Lachen im Krankenhaus und Humor im Umgang mit Krankheiten und in der Medizin.

Von: Norbert Schäfer

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