Himmelfahrt abschaffen, um die Wirtschaft zu retten?

Christi Himmelfahrt ist Feiertag – noch. Denn Ökonomen wollen freie Tage streichen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Wie sinnvoll ist das?
Von PRO

Christi Himmelfahrt ist offiziell ein christlicher Feiertag. Doch im Alltag vieler Menschen ist davon wenig übrig geblieben. Stattdessen gilt er Vielen als „Vatertag“, an dem manche Männer mit bierbefülltem Bollerwagen durch die Natur ziehen.

Gleichzeitig gibt es immer mehr Forderungen, Deutschland solle gesetzliche Feiertage streichen – um die Wirtschaft anzukurbeln.

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, hatte etwa vorgeschlagen, einen Feiertag abzuschaffen. Ein zusätzlicher Arbeitstag könne die Wirtschaftsleistung kurzfristig erhöhen. Auch der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Peter Adrian, brachte bereits den Pfingstmontag ins Spiel. Die Begründung ist jeweils ähnlich: Deutschland arbeite im internationalen Vergleich wenig, die Produktivität stagniert, die Kosten für Sozialstaat, Sicherheit und Infrastruktur steigen.

„Lasst uns den Tag der Arbeit abschaffen“

Auch Thorsten Alsleben, Chef der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, griff die Feiertagsdebatte im PRO-Podcast „Glaube. Macht. Politik“ auf, der bereits Mitte März aufgezeichnet wurde. Grundsätzlich bestätigt er, dass zusätzliche Arbeitstage wirtschaftlich ins Gewicht fallen. Für dieses Jahr werde ein Wachstum von rund 0,9 Prozentpunkten prognostiziert; etwa 0,3 Prozentpunkte davon lägen daran, dass Feiertage auf Sonntage fallen.

Alsleben würde trotzdem nicht zuerst kirchliche Feiertage streichen. Wichtiger seien für ihn niedrigere Steuern und Abgaben, bessere Kinderbetreuung und stärkere Anreize, mehr zu arbeiten. Wenn es aber um Feiertage gehe, wäre sein erster Kandidat der 1. Mai.

„Lasst uns Anreize für mehr Arbeit schaffen“, sagte Alsleben, und weiter: „Lasst uns den Tag der Arbeit abschaffen.“ Dann hätte man „wirklich was fürs Wachstum gemacht, ohne, dass wir irgendwelche sonstigen schärferen Einschnitte den Leuten zumuten müssen“. Bei manchen kirchlichen Feiertagen sieht er ebenfalls ein Problem: Viele Menschen wüssten kaum noch, was sie bedeuten – „selbst die meisten Christen“ nicht.

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