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Hillsong-Gründer Houston: Leben mit der Schuld des Vaters

Als Gründer der Hillsong-Gemeinde in Australien gehört Brian Houston zu den bekanntesten Pastoren der Welt. In seinem neuen Buch berichtet er, wie ein Familiengeheimnis sein Leben erschütterte: Sein Vater missbrauchte Jungen. Eine Rezension von Moritz Breckner
Von PRO
In seinem neuen Buch schreibt Hillsong-Pastor Brian Houston, wie ihn der Glaube in einer familiären Krise gehalten hat

Foto: Gerth

In seinem neuen Buch schreibt Hillsong-Pastor Brian Houston, wie ihn der Glaube in einer familiären Krise gehalten hat
An den schlimmsten Tag seines Lebens kann sich Brian Houston genau erinnern: „Ich stand diese ganze Situation nur durch, weil ich wusste, dass Gott mit mir war“, schreibt er in seinem neuen Buch „Leben. Lieben. Leiten.“. „Ich musste mich auf seine Kraft verlassen, während ich mich in einer Tortur befand, die in persönlicher und beruflicher Hinsicht außerhalb meiner Vorstellungskraft lag.“ An diesem Tag im Jahr 1999 erfuhr Houston, dass sein inzwischen fast 80-jähriger Vater vor Jahrzehnten einen minderjährigen Jungen sexuell missbraucht hatte. Später stellte sich heraus, dass es noch weitere Opfer gab. Frank Houston war einer der bekanntesten und aktivsten Missionare Neuseelands und scheinbar vorbildlicher Familienvater gewesen. Dass er fast sein ganzes Leben lang ein dunkles Geheimnis mit sich trug, ahnte in der Familie niemand. Brian Houston musste seinen Vater mit den Vorwürfen konfrontieren und vom Dienst in der Gemeinde suspendieren. „Als er hörte, was ich erzählte, schien er vor meinen Augen um Jahre zu altern“, schreibt Houston über das Gespräch. Auch für Houstons Kinder war die Enthüllung um ihren Großvater ein Schock, den sie nur durch ihren Glauben überwinden konnten.

Der Glaube trägt – unter allen Umständen

Ein Glaube, der trägt – das ist das Leitmotiv in Houstons Buch. 1983 gründete Brian Houston die Hillsong-Gemeinde in Australien. Nicht zuletzt wegen der dort produzierten Lobpreismusik gehört Hillsong heute zu den größten Marken in der christlichen Szene. Der Pastor schildert eindrücklich, welche Glaubensprinzipien ihn in seiner bewegten Biografie durch herausfordernde und auch traurige Zeiten getragen haben. „Manchmal ist es leicht, Glauben zu haben, wenn alles gut läuft“, erklärt Houston. „Aber mutiger Glaube – Glaube, der widerstandsfähig ist – wird nur dann geschmiedet, wenn er auf die Probe gestellt wird.“ Deswegen gelte es, in jeder Situation an Gottes Wort festzuhalten wie an einer Landkarte. Das vorliegende Buch will in erster Linie ermutigen. „Das Beste kommt erst noch“, schreibt Houston, der Untertitel „Dein bestes Leben beginnt heute“ erinnert stark an oft als zu oberflächlich kritisierte amerikanische Autoren wie Joel Osteen („Your best life now“). Osteen übrigens kommt im Buch auch vor – die beiden Prediger verfolgten gemeinsam im Fernsehen, wie Terroristen am 11. September 2001 die USA angriffen. Houstons Buch geht jedoch tiefer als manch andere Ermutigungs-Lektüre und trifft den richtigen Ton sowohl für Leiter mit Erfahrung als auch für junge Leute, die sich in der Gemeinde einbringen wollen. Houston ist einer der herausragendsten Gemeindegründer unserer Zeit – es lohnt sich, von seinen Erfahrungen zu lernen. (pro)

Brian Houston: „Leben. Lieben. Leiten. Heute beginnt dein bestes Leben.“ Gerth Medien, 320 Seiten, 16,99 Euro. ISBN 9783957340917

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