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“Hier kann ich sein, wie ich bin”

In den 60ern und 70ern des vergangenen Jahrhunderts kamen in der "Jesus People"-Bewegung im Westen der USA viele kirchenferne Menschen zum Glauben. Eine auf DVD veröffentlichte Dokumentation zeichnet die Ereignisse nach und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen.
Von PRO

Foto: www.screensaversentertainment.com

Der Film "What God hath Wrought" konzentriert sich besonders auf die Entstehung der Calvary Chapels und deren Gründer Chuck Smith, dessen Geschichte der rote Faden der auf Englisch erschienenen Dokumentation darstellt. Smith arbeitete mehrere Jahre als Pastor, in denen er kaum "geistliche Durchbrüche" erlebte. 1965 schließlich gründete er im kalifornischen Santa Ana die erste Calvary Chapel, eine unkonventionelle Gemeinde, die anders als viele andere Kirchen zu dieser Zeit keinen Wert auf ein "herausgeputztes Äußeres" ihrer Besucher legte. Die mit 25 Gottesdienstbesuchern gestartete Kirche hatte bald Hunderte und schließlich Tausende Anhänger.

"Das war das erste Mal, dass ich in eine Kirche kam und das Gefühl hatte, wirklich willkommen zu sein, so wie ich bin", erinnert sich der spätere Pastor Ricky Ryan an seinen ersten Besuch in einem der Gottesdienste. "Da waren Leute, die sahen aus wie ich, zogen sich an wie ich, spielten Musik, wie ich sie höre."

In der 105 Minuten langen Dokumentation kommen neben Smith selbst auch die unterschiedlichsten Zeitzeugen zu Wort – unter anderem Franklin Graham, Leiter des Missionswerks seines Vaters Billy Graham, und der Co-Autor der "Finale"-Bücher, TimLaHaye. Smith’ Tochter Charyl Brodersen ist überzeugt: "Ich glaube, dass Gott nach einem Werkzeug gesucht hat, das nicht nach Ruhm und Ehre strebt. Jemand der sagt: ‘Das bewirke nicht ich, das macht alles Gott’." Graham unterstreicht: "Ohne Zweifel: Chuck Smith ist ein sehr demütiger Mann, der Gott an erste Stelle stellt. Er ist ein großes Vorbild für junge Pastoren."

Etwa 30 Chapels auch in Deutschland


Die Calvary-Chapel-Bewegung ist bis heute erfolgreich. Gut 1.500 Calvary Chapels gibt es in den USA, hunderte weitere in anderen Ländern, darunter etwa 30 in Deutschland. David Guzik, bis 2010 Leiter des "Calvary Chapel Bible College Germany", sagt: "Die Chapels in Deutschland sind gesund und wachsen." Er nennt die Calvary Chapel in Siegen als erste "Filiale" in der Bundesrepublik eine Erfolgsgeschichte. Sie wurde in den späten 80ern gegründet. Auch nach 20 Jahren wurde dort bis vor kurzem im Gottesdienst noch auf Englisch gepredigt. Es sei ein Wunder, dass in einem Land, in dem so viel Wert auf Bildung gelegt werde, ein Mann erfolgreich predigen könne, der als Jugendlicher die High School abgebrochen hat: Nick Long, der Pastor der Gemeinde. Er erinnert sich: "Gott gab uns diese Vision, und es ist unglaublich, wie treu er uns versorgt hat."

Die vorliegende Dokumentation gewährt einen tiefen Einblick in die christliche Szene der USA der späten 1960er und die Entwicklung der Calvary Chapels. Die vielen Zeitzeugenberichte und Interviews überschneiden sich an einigen Stellen inhaltlich, was das Anschauen nicht unbedingt kurzweilig macht. Der Film macht aber durchaus neugierig, einmal selbst eine Calvary Chapel zu besuchen. (pro)

"What God hath Wrought. A Documentary on Chuck Smith & the Calvary Chapel Movement". Screen Savers Entertainment, 105 Minuten, auf Englisch. Die in den USA erschienene DVD ohne Regionalcode ist online auch in Deutschland erhältlich.



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