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Heiligabend: Krippenspiel mit Familie Koch

Die Familie des bei "Wetten, dass..?" verunglückten Schauspielstudenten Samuel Koch hat in diesem Jahr eine Familientradition fortgeführt und das Krippenspiel in ihrer Heimatgemeinde organisiert. Auch Samuel war dabei. Eine Reportage von Birgit-Cathrin Duval.
Von PRO

Foto: Birgit-Cathrin Duval

Heiligabend in der evangelischen Kirche in Wintersweiler. Die Kirche ist – wie immer am 24. Dezember – bis auf den letzten Platz besetzt. Es ist ein besonderer Abend, denn die Kinder des Dorfes führen das Krippenspiel auf. Auch für die Familie Koch ist es ein besonderer Gottesdienst. Am Tag zuvor wurde ihr Sohn Samuel aus der Klinik entlassen. Begleitet von seinen engsten Freunden feiert er zusammen mit seiner Familie Heilig Abend in seiner Heimatgemeinde, nur wenige Kilometer von ihrem Wohnort Efringen-Kirchen entfernt.

Die kleine Dorfkirche ist festlich geschmückt. Drei große Herrnhuter Sterne erstrahlen vor den Kirchenfenstern, durch die das Abendlicht dunkelblau hindurchschimmert. Der mächtige Tannenbaum ist dezent mit Strohsternen, roten Weihnachtskugeln und einer Lichterkette behangen. Auf dem Altar brennen handverzierte Kerzen. Sinnbild für das Licht, das in die Welt gekommen ist. Dahinter, im mit Fresken bemalten Kirchenchor, sitzen die Kinder: Engel in weißen Gewändern, Hirten in Schaffellen, Soldaten mit Helm und Schwert, Maria und Josef und die Drei Könige mit goldenen Kronen. Aufgeregt warten sie auf ihren Einsatz. Das Krippenspiel hat Marion Koch, Samuels Mutter, inszeniert und mit den Kindern einstudiert – seit 22 Jahren tut sie diesen Dienst in der evangelischen Kirchengemeinde. Unterstützt wird sie von ihren Töchtern Elisabeth und Rebecca. Der Vater ist ebenfalls in der Gemeinde ehrenamtlich tätig, als Prädikant. Heute Abend spricht er die Weihnachtsbotschaft. Dass er in seiner Gemeinde, in der sein Sohn Samuel im Kindergottesdienst mitarbeitete, predigt, ist nicht ungewöhnlich. Dennoch ist es ein besonderer Abend. Vorne am Seiteneingang sitzt sein ältester Sohn, der seit dem Unfall in der "Wetten, dass..?"-Sendung vor einem Jahr gelähmt ist, neben ihm sitzt Samuels bester Freund.

Die Gemeinde stimmt ein in das erste Lied, das berühmteste Weihnachtslied, das in jedem Gottesdienst an Heilig Abend erklingt: "Stille Nacht, Heilige Nacht". Still wird sie keinesfalls werden, denn vorne bei den Kindern machen sich bereits Lampenfieber und etwas Ungeduld vor dem Auftritt breit.

Christoph Koch trägt einen dunklen Anzug.  Auf dem weißen Hemd leuchtet eine blaue Krawatte hervor. "With God all things are possible" steht darauf – "Mit Gott sind alle Dinge möglich". Sie zeugt von dem tiefen Glauben und der Hoffnung seines Trägers. "Wir beten gemeinsam Psalm 100, ein kleiner schöner Psalm, danket dem Herrn, lobet seinen Namen", sagt Koch. Das Gebet spricht er im Wechsel mit der Gemeinde. Es ist ein Dankgebet, dass Gott seinen Sohn gesandt hat. "Du bist mitten unter uns."

Das zweite Kirchenlied "Ihr Kinderlein kommet" leitet zum Höhepunkt des Abends über. Endlich ist das Krippenspiel an der Reihe. Fotoapparate werden gezückt, manch einer packt die Filmkamera aus. Für das diesjährige Krippenspiel inszenierte Marion Koch Lieder von Adonia, einem Verein, der christliche Bibelmusicals herausbringt. Die Szenen hat sie zum Teil selbst geschrieben.
Dann stehen sie vorne, mit leuchtenden Augen, die Engel, Hirten und Könige in ihren Gewändern und Kronen. Und mittendrin Maria und Josef. Das Singspiel entfacht von Anfang an Stimmung unter den Zuschauern. Wer hätte fetzige Samba-Rhythmen erwartet? Oder Boogie-Woogie oder Popmusik? Die 25 Kinder singen, bewegen sich zu den Melodien und nehmen die Gottesdienstbesucher mit hinein in die Weihnachtsgeschichte. "Dein Licht scheint übers Land, Jesus kommt auf die Erde, er gibt uns seine Hand."

Elisabeth Koch sitzt vorne in der ersten Reihe und gibt die Zeichen für die Bewegungen vor. Auch Samuel macht das Spiel Freude – hin und wieder wippt er mit den Schultern. Auf der anderen Seite dirigiert Mutter Marion die Einsätze der beeindruckenden Solosängerinnen zur Playback-Musik. Als Marion Koch die Kinder mit energischem Handzeichen auffordert, beim Refrain "Und sie sehen die offene Tür" lauter zu singen, können sich selbst Samuel und Elisabeth ein leises Schmunzeln nicht verkneifen.

Die rührende Aufführung der Kinder wird mit begeistertem Applaus belohnt. Als Dankeschön für das Einstudieren des Stückes erhalten Marion und ihre Töchter eine riesige Schokolade, die Christoph Koch stellvertretend aus den Händen des Kirchenältesten Harald Hofmann entgegennimmt.

Weihnachtsfreude dank Jesus Christus

Die Botschaft der Kinder war eindrücklich genug, Christoph Koch lässt die Aufzeichnungen seiner Weihnachtspredigt einfach auf dem Stuhl liegen. Frei heraus spricht er einige Gedanken zu Weihnachten. "Was bringt mir Weihnachten?", stellt er die Frage an die Gemeinde. Die Antwort kommt postwendend: "Geschenke!" ruft ein kleiner Knirps begeistert. Sofort greift Prädikant Koch das Thema, das für etliche Lacher sorgt, auf. Auch seine Kinder bekommen Geschenke. Denn Geschenke bringen große Freude. "Weihnachten bringt große Freude", betont Koch. "Woran man das merke? Wenn man Geschenke aufmacht. Die große Freude stellt sich ein, wenn wir an Jesus glauben und ihn ins Herz aufnehmen."

Mit den Worten "Fürchtet euch nicht!" schließt Christoph Koch seine kurze Weihnachtspredigt. "Die Zusage gilt, auch wenn es nicht einfach ist." Kaum jemand unter den Zuhörern wird an diesen Worten zweifeln. Derjenige, der sie spricht, weiß, was es bedeutet, wenn das Leben nicht einfach ist. Trotzdem hält er an seinem Glauben fest: "Euch ist große Freude widerfahren," sagt Koch und fügt hinzu: "Wir als Gemeinde in Wintersweiler, wir stehen zueinander, stehen füreinander ein." Es sind ehrlich gemeinte Worte, die ausdrücken, wie viel Halt die Familie erfahren hat.

Mit der Losung für den Heiligen Abend verabschiedet Christoph Koch die Gemeinde. "Verlasst euch auf den Herrn immerdar; denn Gott der Herr ist ein Fels ewiglich." Gemeinsam beten die Gläubigen das Vaterunser. Christoph Koch erteilt den Segen. Die Gemeinde stimmt das letzte Lied an. "Oh, du fröhliche" erklingt. Auch Samuel singt mit. (pro)

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