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Hasselfeldt: „Parallelgesellschaften verhindern“

Inwiefern prägt die Religion den Menschen? Darüber diskutieren die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Gerda Hasselfeldt, und die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Unterschiedliche Auffassungen haben beide, was eine Kopftuch tragende Richterin im Gerichtssaal betrifft.
Von PRO
Für Gerda Hasselfeldt gehört eine Richterin mit Kopftuch nicht in den Gerichtssaal...
Für Gerda Hasselfeldt gehört eine Richterin mit Kopftuch nicht in den Gerichtssaal…
Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor beobachtet, dass vielen muslimischen Kindern, die schon in dritter Generation in Deutschland leben, eine eindeutige nationale Identität fehlt. DIe CSU-Politikerin Gerda Hasselfeldt sieht Deutschland vor einer großen Herausforderung, weil die Flüchtlinge nicht aus Ländern mit christlicher Tradition kämen: „Wir sind insgesamt als Land christlich-jüdisch-abendländisch geprägt. Das beeinflusst die Werte unseres Zusammenlebens, auch wenn es nicht im Grundgesetz steht.“ Die christliche Prägung bestehe aus Nächstenliebe, Toleranz und Achtung der Menschenwürde. Die Politikerin wünscht sich, dass sich die Menschen insgesamt wieder etwas mehr mit den eigenen christlichen Grundlagen beschäftigen. Kaddor bereitet es Probleme, wenn die Werte in der Gesellschaft „so sehr über die gemeinsame Religion definiert werden“ sollen: „Ich nehme Deutschland gar nicht primär als christliches Land wahr, sondern als demokratischer Rechtsstaat“, ergänzt sie.

„Tolerant bleiben“

Die Islamwissenschaftlerin stört, dass öffentlich immer allgemein von „den Muslimen“ gesprochen werde. Die Gesellschaft ließe ihren Vorurteilen immer freieren Lauf. Dies verunsichere viele Muslime. Für Hasselfeldt kommt es darauf an, „dass wir tolerant bleiben“. Die Menschen sorgten sich vor zu vielen Menschen aus anderen Kulturkreisen. Um Parallelgesellschaften zu verhindern, „müssen wir uns noch ein Stück mehr anstrengen“. Kaddor betont, dass mann allen Flüchtlingen klarmachen müsse, dass sie in einem Rechtsstaat leben. Beide Gesprächspartner werben für eine offene Diskussion über die Frage, ob ein Kopftuch bei einer Richterin in einem Gerichtssaal erlaubt sein soll. Hasselfeldt hält es für ein Zeichen der Religiosität, das in einem Gerichtssaal keinen Platz haben sollte. Für Kaddor kommt es dagegen auf die fachliche Qualifizierung der Richterin an. Sie bezeichnet die Diskussion als Scheindebatte. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/kelek-im-taz-streit-der-islam-macht-sorgen-94164/
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