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Hartl: „Pille ist keine gute Entscheidung“

Johannes Hartl sorgt für Aufsehen. Der katholische Theologe, der unter Protestanten ein hohes Ansehen genießt, hat bei Facebook kritisch zur Nutzung der Pille geäußert und damit eine Debatte ausgelöst. Der Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb hat diesen Eintrag gelobt.
Von PRO
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Der katholische Theologe Johannes Hartl findet deutliche Worte zum Verhütungsmittel Pille

Foto: Wolfgang Wimmer

Der katholische Theologe Johannes Hartl findet deutliche Worte zum Verhütungsmittel Pille

Der katholische Theologe Johannes Hartl ist gegen die Pille. Das hat er in einem viel beachteten Facebook-Eintrag verkündet. Er beziehe sich nicht auf Fälle, in denen die Pille aus medizinisch notwendigen Gründen verschrieben wird: „Aber ich finde es bei Licht betrachtet schon krass, was wir Frauen im Bereich Verhütung als normal zumuten.“

Dass sich Frauen mehrere Jahrzehnte „täglich eine Volldröhnung an Hormonen reinzischen, die ihrem Körper eine jahrzehntelange Schwangerschaft vorspielt“, sei bedenklich. Er wolle Frauen nicht die Schuld geben oder irgendwem sagen, was er zu tun hat: „Aber warum finden Leute, die sonst nur für öko und naturbelassen sind, überhaupt gar nichts daran, wenn unsere Gesellschaft es als Norm vorgibt, dass Frauen nunmal so mit ihrem Körper umgehen sollen?“, fragt Hartl.

Milliardengeschäft der Pharmaindustrie

Oft würden Frauen die Pille von ihrer Zeit als Teenager an, nach Verschreibung durch den Frauenarzt, fast 30 Jahre nehmen. Bei der Lektüre des Beipackzettels und möglichen Nebenwirkungen werde einem schlecht, meint Hartl. Neben Krebserkrankungen und Depressionen könne es auch zum Verlust der Lust auf Sexualität kommen, hätten ihm Frauen berichtet. „Erschreckend viele Frauen verlieren durch die Pille auch die Freude am Sex.“

Die Logik sei pervers: „Man nimmt ein Medikament, damit man immer Sex haben kann – mit dem Erfolg, dass man keine Lust mehr drauf hat. Und die Frau sich dann schuldig fühlt, weil sie sich ihrem Partner entzieht.“ Auch wenn er sich mit dem Thema unbeliebt mache, wolle Hartl nicht, dass die Gesellschaft unseren Frauen und Mädchen vorspielt, das sei alles ganz normal. Dahinter stecke ein Milliardengeschäft der Pharmaindustrie „auf Kosten der Gesundheit unserer kostbaren Frauen“.

Respekt vor dem Schöpfer

Der Zyklus der Frau sei so angelegt, dass eine Schwangerschaft nur an bestimmten Tagen möglich sei. Er wolle weder guten Sex verbieten noch Familienplanung als falsch erachten. Ihm gehe es um den Respekt vor dem natürlichen Rhythmus des weiblichen Körpers und damit auch um den Respekt vor dem Schöpfer. In der Natur verhinderten es die Menschen, in sensible ökologische Systeme einzugreifen: „Nur beim Menschen vergessen wir das irgendwie.“

Hartl ermutige jede Frau, sich mit ihrem Zyklus auseinanderzusetzen und sich dadurch ein Stück mehr selbst kennen zu lernen. Der Schöpfer habe alles so eingerichtet, dass Paare ihre Kinderwünsche planen könnten – ohne die „Hormonbombe Pille“. Natürlich liege die Entscheidung darüber bei jeder Frau selbst: „Man kann auch für sich selbst entscheiden, jeden Tag 25 BigMacs zu essen und 40 Zigaretten zu rauchen. Ist auch eine Entscheidung. Doch damit ist noch lange nicht gesagt, dass es eine gute und richtige Entscheidung ist. Die Pille ist meiner Meinung nach keine gute Entscheidung.”

Eklatante Widersprüche

Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, dankte Hartl auf Facebook für den Mut, ein solches Thema anzusprechen. Als offizielle Stellungnahme der Deutschen Evangelischen Allianz wollte er sein Posting aber nicht verstehen, sagte Steeb auf pro-Anfrage. Aus seiner Sicht würden längst bekannte Fakten verschwiegen und unterdrückt: „Ich stimme dem Posting von Johannes Hartl zu, vor allem im Blick darauf, die Sache mal zu problematisieren und kritisch zu bewerten. Die Widersprüche, die er aufdeckt, sind ja eklatant.“

Von: Johannes Weil

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