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Handygewalt als Unterrichtsthema

Mobiltelefone dienen längst nicht mehr nur als Kommunikationsmittel, vor allem die Foto- und Videofunktionen werden immer häufiger missbraucht: Beispielsweise nehmen Schüler Videos auf, die Gewaltanwendungen an Mitschülern, Lehrern oder Passanten zeigen. Diese Filme werden per Bluetooth weitergesendet oder ins Internet gestellt. Neues Unterrichtsmaterial soll Lehrern helfen, das Thema im Unterricht zu thematisieren.
Von PRO

Foto: Das Foto ist ein Ausschnitt aus dem Cover des Filmbegleitheftes "Abseits" der Kriminalpolizei und des IZMF.

Happy Slapping (fröhliches Schlagen) ist der etwas unpassende Name dafür, dass Schlägereien oder Gewalthandlungen mit dem Handy aufgenommen werden. Teilweise werden diese Taten sogar gezielt inszeniert, um andere zu beschämen oder lächerlich zu machen. Laut der Jugendstudie" JIM 2009" (Jugend-Information-Medien) hat jeder dritte Jugendliche schon einmal mitbekommen, dass eine Prügelei per Handykamera aufgezeichnet wurde.

Lehrer, Polizisten oder Sozialarbeiter kennen das Phänomen, dass eine Gruppe Jugendlicher einen anderen verprügelt und einer dabei steht und das Ganze filmt. Kommt ein Erwachsener dazu, ist das Handy schnell in der Jackentasche verschwunden. Der Film jedoch wird per Bluetooth oder im Internet rasend schnell verbreitet. "Dabei ist sich ein Großteil der Täter weder der Strafbarkeit ihres Handelns noch des Leids der Opfer bewusst", erklärt Dagmar Wiebusch, Medienpädagogin und Geschäftsführerin des Informationszentrums Mobilfunk e. V. (IZMF) zum "Tag der Kriminalitätsopfer" am 22. März. "Deshalb sind Aufklärung über einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Handy sowie klare Regeln für die Handynutzung unverzichtbar zur Prävention."

Material für Schulen

Das Internetportal "Lehrer Online" und das IZMF haben Unterrichtsmaterial erstellt, um pädagogische Maßnahmen gegen "Happy Slapping" aufzuzeigen. Dabei greifen die Pädagogen die Faszination Videofilm auf. Der Kurzfilm "Handygewalt" steht für jedermann zugänglich auf YouTube. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) haben das Video in Zusammenarbeit mit dem IZMF erstellt. Der fünfminütige Film zeigt exemplarisch einen Übergriff unter Jugendlichen und die Konsequenzen für Opfer und Täter. Nachdem ein Junge von einer Gruppe angepöbelt und verprügelt wurde, ermutigt ein Mädchen ihn, sich zu wehren. Dadurch gestärkt, wagt er es, den Vorgang bei der Polizei und dem Schulleiter zu melden.

Als Ergänzung zu dem Film haben das Portal "Lehrer Online" und das IZMF weiteres Unterrichtsmaterial entwickelt. Das 18-seitige Filmbegleitheft mit vielen Hinweisen zur Unterrichtsplanung gibt Lehrer Tipps, wie sich gewaltfreie Konfliktlösungen zu den einzelnen Filmsequenzen erarbeiten lassen. Der Film "Handygewalt" ist Teil des Medienpaketes "Abseits?!" , das im Jahr 2009 in einer Auflage von 30.000 Stück produziert und an Schulen in ganz Deutschland verteilt wurde. Arbeitsblätter, Lehrerinformationen sowie das Filmbegleitheft "Abseits" können aber auch heruntergeladen werden unter www.schulprojekt-mobilfunk.de .

Weiteres Unterrichtsmaterial zum Thema Handy

Da bereits Grundschüler mit dem Thema mobile Kommunikation in Berührung kommen, haben "Lehrer Online" und die IZMF unterschiedliches Material für den Einsatz jeweils in der Grundschule ab der dritten Klasse oder für Sekundarstufe eins konzipiert. Die Themenreihe für Sekundarstufe eins umfasst zwei Themen und zwei Projekthefte mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Arbeitsblätter und Materialien stehen auf der Seite www.schulprojekt-mobilfunk.de zum Download bereit. Außerdem bietet das ITMF Fortbildungen für Lehrer zu verschiedenen Themen rund um das Handy an.

Das Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF) ist ein gemeinnütziger Verein, der von den Mobilfunknetzbetreibern getragen wird. Er versteht sich als Ansprechpartner für Bürger, Medien sowie öffentliche und private Einrichtungen zum Thema mobile Kommunikation.



http://www.youtube.com/infozentrummobilfunk
http://www.schulprojekt-mobilfunk.de
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