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“Gute Leiter schöpfen Stärke aus Schwachheit”

Gemeindeleiter müssen das, was sie predigen, in ihrem eigenen Leben umsetzen und dabei zu ihren Schwächen stehen. Das erklärte Pete Scazzero, Pastor einer multikulturellen Gemeinde in New York, gegenüber dem Fernsehsender "ERF Eins". Das Gespräch mit dem "Wilow Creek"-Referenten wird am Montagabend ausgestrahlt.
Von PRO

Foto: Willow Creek D/CH

"Die Predigtvorbereitung ist das eigene Leben – nicht Studium oder Gebet", sagte Scazzero im Gespräch mit ERF-Redakteur Stefan Loß. "ERF Eins" zeigt in der Reihe "Hinter den Kulissen" Interviews mit den meisten Referenten des "Willow Creek"-Leitungskongresses, der Ende Januar in Stuttgart über 7.000 Besucher angelockt hatte. Scazzero sprach bei "Willow Creek" gemeinsam mit seiner Frau Geri über ihre Arbeit als Gemeindeleiter einer multikulturellen Kirche in New York.

Beim Predigen im Gottesdienst sei es von großer Wichtigkeit, eigene Erfahrungen mit einfließen zu lassen und auch zu seinen Schwächen zu stehen. Scazzero gab ein Beispiel: "Ich habe in den letzten drei, vier Monaten ein paar Enttäuschungen erlebt und in den letzten zwei Wochen über das Kreuz gepredigt (…) Ich habe die Schmerzen nicht konkret benannt, weil Personen aus der Gemeinde, im gleichen Raum, damit zu tun hatten. Aber ich war ehrlich." Er habe Gott und seiner Gemeinde gegenüber ehrlich zugegeben, in einer Situation zu stecken, in der er am liebsten wegrennen würde. "Das ist ein ehrlicher Zugang", so Scazzero. "Früher hätte ich gar nichts gesagt."

Wie auch in seinem Vortrag beim "Willow Creek"-Leitungskongress im Januar erzählt Scazzero in dem Interview von einem der schwierigsten Momente seines Lebens. Eines Tages habe seine Frau Geri ihm gesagt, dass sie die Gemeinde verlassen wird, in der er seit Jahren als Pastor arbeitete. "Ich dachte, vorher bringe ich sie um", gab Scazzero zu. "Ich war, gelinde gesagt, schockiert." In langen Gesprächen mit Geri habe sie ihm erläutert, dass sein Führungsstil nicht authentisch sei und er einiges an sich ändern müsse. "Du hast nicht den Mumm, die richtigen Dinge zu tun, um in der Gemeinde etwas zu ändern – Leute konfrontieren, Dinge beim Namen nennen", habe sie ihm erklärt. "Du willst nicht, dass sie aufhören, dich zu mögen. Ich bin nicht länger Teil dieser Scheinheiligkeit." Er habe erkannt, berichtete Pete Scazzero, dass Gott auf diese Weise zu ihm sprechen wollte.

"Das Problem waren einige Bereiche in meinem Leben, die Gott anpacken und verändern wollte", erinnert er sich. "Das war mit ziemlicher Sicherheit der schlimmste, aber gleichzeitig auch der beste Moment meines Lebens. Ich bezeichne das gerne als Wiedergeburt. Es war, als ob ich noch mal Christ geworden wäre."

Das Gespräch mit Pete Scazzero wird am Montagabend von 20.00 bis 20.30 Uhr im Fernsehsender "ERF Eins" ausgestrahlt. Weitere "Willow Creek"-Referenten sind in den kommenden Wochen zu sehen:

05.03.2012: Christine Caine
12.03.2012: Eric Metaxas
19.03.2012: Gordon MacDonald
26.03.2012: Andy Stanley

(pro)

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