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Gütesiegel fürs Zocken: Pädagogisch wertvoll, bitte!

Gütesiegel soll künftig Computerspiele kennzeichnen, die besonders gut für Kinder geeignet sind. Ein Experten-Gremium testet dazu, ob die Produkte die geistigen und körperlichen Fähigkeiten der jungen Nutzer fördern.

Von PRO

Foto: Rodrigo Favera/flickr

Auf der Kölner "Gamescom", Europas größter Messe für Unterhaltungselektronik, wurde das Siegel "pädagogisch wertvoll" nun erstmals vorgestellt. Wie die Verantwortlichen mitteilten, soll es vor allem Eltern helfen, geeignete Computerspiele für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren auszuwählen. Träger des Projekts ist der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels und der Verein Computerprojekt Köln. Bisher hat das zuständige Gremium 27 Videospiele getestet. 14 von ihnen erhielten das Siegel – darunter etwa die Nintendo-Spiele "Wii Fit Plus" und "Wii Sports Ressort" und eine Spiele-Version der Kinderbuchreihe "Was ist was".

Das Gremium, das dieses Siegel verleiht, setzt sich aus Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Schule und Jugendarbeit zusammen. Als "pädagogisch wertvoll" betrachtet die Jury ein Spiel dann, wenn es etwa die geistigen und körperlichen Fähigkeiten oder das soziale Verhalten des Kindes fördert. Vom Gütesiegel ausgeschlossen sind Spiele, die Rollenklischees oder diskriminierendes Inhalte propagieren, gewaltverherrlichend sind, ein negatives Menschenbild vermitteln oder sexuelle Inhalte zeigen. Es werden nur Spiele berücksichtigt, die bereits von der Unabhängigen Selbstkontrolle (USK) für die Altersstufen ab 0, 6 oder 12 Jahren freigegeben wurden.

"Das Siegel funktioniert gänzlich anders als die USK", sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels, Steffen Kahnt, auf Anfrage des Christlichen Medienmagazins pro. Es setze positive Anreize, anstatt bestimmten Zielgruppen zu verbieten, ein Spiel zu nutzen. Kahnt hat das Siegel mitentwickelt und hofft nun, dass auch die Spielehersteller sich positive Effekte von dem "pädagogisch wertvoll"-Aufdruck versprechen. Die Kosten für die Prüfung durch das Gremium müssen diese nämlich selbst tragen. Wer sein Spiel prüfen lassen möchte, zahlt zunächst 250 Euro. Besteht das Spiel den Pädagogik-Test, müssen die Hersteller nochmals 500 Euro zahlen, um das Siegel nutzen zu dürfen. Dafür, so Kahnt, steige mit dem Verleih des Siegels auch das Ansehen des Produkts.

Die Macher wollen zudem dazu beitragen, dass Spielehersteller mehr auf den pädagogischen Wert ihrer Produkte achten. "Spiele können tatsächlich mehr als reine Bespaßung sein", sagt Kahnt. "Wir haben dieses Siegel geschaffen, weil es an der Zeit war, das genauer zu erforschen." (pro)

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