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Größter Informationsblockierer ist ein Bürgermeister

Der Negativpreis „Verschlossene Auster“ der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche geht in diesem Jahr an den Bürgermeister von Burladingen, Harry Ebert. Das gab die Vereinigung auf ihrer Jahrestagung am Samstag, 30. Juni, in Hamburg bekannt.
Von PRO
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Kuno Haberbusch vom Netzwerk verkündet den Sieger des Negativpreises „Verschlossene Auster“

Foto: Friederike Lübke

Kuno Haberbusch vom Netzwerk verkündet den Sieger des Negativpreises „Verschlossene Auster“

Die „Verschlossene Auster“ soll auf den „Informationsblockierer des Jahres“ aufmerksam machen. Harry Ebert erhält ihn stellvertretend für viele Lokalpolitiker. Die Verleihung sei deshalb auch als Ermutigung für den Lokaljournalismus gedacht, sagte Kuno Haberbusch vom Netzwerk. Harry Ebert erhält ihn „für seinen selbstherrlichen und respektlosen Umgang“ mit der Presse, heißt es in der Begründung.

Ebert verweigerte sich Interviews, wies auch städtische Mitarbeiter an, nicht mit der Presse zu sprechen und verbot Journalisten schriftlich, städtische Einrichtungen wie Jugendmusikschule, Hallenbäder oder Feuerwehrhäuser aufzusuchen. Ebert war während seiner Amtszeit der AfD beigetreten. „Er bekommt ihn nicht wegen seiner AfD-Mitgliedschaft“, betonte Kuno Haberbusch, sondern wegen seines Umgangs mit Journalisten. Der Bürgermeister wurde zur Verleihung eingeladen, schickte aber per Mail eine Absage.

„Mit Verlautbarungsjournalismus gewinnen wir keinen Blumentopf“

Martin Wagner vom Schwarzwälder Boten, der über Burladingen berichtet, sagte, man müsse, wenn notwendig, auch mit Bürgermeister oder Anzeigenkunden auf Konfrontationskurs gehen. „Mit Verlautbarungsjournalismus gewinnen wir keinen Blumentopf“, sagte er.

Netzwerk Recherche vergibt den Negativpreis einmal jährlich seit 2002. Er ging schon an Facebook, die Deutsche Bischofskonferenz oder das Internationale Olympische Komitee. Im vergangenen Jahr wurde er der Regenbogenpresse zuerkannt, die mit irreführenden Schlagzeilen oder reißerischen Geschichten dazu beitrage, das Vertrauen in die Presse zu untergraben, so die Begründung.

Von: Friederike Lübke

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