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Gottesdienst zum DFB-Pokal: „Ouvertüre fürs Spiel“

Fußballfans haben am Samstag in Berlin für das DFB-Pokalspiel am Abend gebetet - zumindest einige. Während der Breitscheidplatz vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche im Gelb der Dortmunder Fan-Trikots erstrahlte, fanden nur wenige Fußballfreunde den Weg in die Kirche.
Von PRO
In Berlin feiern Fußballfans am Abend das DFB-Pokalfinale. Mittags kamen sie zu einem Gottesdienst nach Charlottenburg

Foto: pro

In Berlin feiern Fußballfans am Abend das DFB-Pokalfinale. Mittags kamen sie zu einem Gottesdienst nach Charlottenburg
Gelb links, rot rechts, hieß es am Samstag in Berlin. Damit ist nicht etwa die Sitzverteilung im Olympiastadion gemeint, wo am Abend das Endspiel des DFB-Pokals vom FC Bayern München und Borussia Dortmund bestritten wird. Fein säuberlich getrennt saßen auch die Fußballfans in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin-Charlottenburg am Mittag. Evangelische und katholische Kirche hatten dorthin zu einem ökumenischen Gottesdienst eingeladen.

Drinnen Ruhe – draußen Fangesänge

Das ergibt vor dem Hintergrund des überwiegend protestantischen Dortmund und dem mehrheitlich katholischen München Sinn. Dennoch begaben sich nicht allzu viele Fans in die Kirche. Und das, obwohl die angereisten Dortmunder den nur wenige Schritte entfernten Breitscheidplatz zum „schwarzgelben Treffpunkt“ für dieses Wochenende auserkoren haben. Schon seit Freitag wird dort gefeiert, gesungen und getrunken. In der Kirche selbst ging es hingegen ruhig zu. Dabei war das Motto des einstündigen Gottesdienstes doch das Singen gewesen. Aus voller Seele Lieder schmettern – das können Fußballfreunde schließlich, werden sich Protestanten und Katholiken bei der Vorbereitung zur Veranstaltung gedacht haben. Können sie auch, wie die von außen während der Predigt nach innen dringenden Fangesänge verrieten. Nur in der Kirche klappte das mit dem Gesang nicht ganz so gut. Das Laudate Dominum, eigentlich gesungen zu Orgelbegleitung, blieb in der nur halbvollen Kirche ein Instrumentalstück. Besser sprachen die Besucher auf jene Anbetungslieder an, die der Musiker Mitch Schlüter, Freikirchlern möglicherweise als Lobpreisleiter in der Gemeinde Berlinprojekt bekannt, singend mit Gitarrenbegleitung vortrug. Der Fußballschiedsrichter Thorsten Kinhöfer las im Rahmen der Veranstaltung nicht nur den Evangeliumstext aus dem Kolosserbrief. In einem Kurzinterview durfte er sich auch als Helene Fischer-Fan outen. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach trug Psalm 92 vor – und ließ den ein oder anderen Gast wohl bei der Zeile „Mit Freude sieht mein Auge auf meine Feinde herab“ an die Rivalität zwischen Schwarzgelb und Rotweiß denken, anstatt an das Gebet eines Kriegführenden an Gott, das der Psalm eigentlich wiedergibt.

Wir holen den Pokal, halleluja!

Auch Bernhard Felmbergs Worte „Wir holen den Pokal, halleluja!“, dürften dem ein oder anderen Fan bekannt vorgekommen sein. So leitete der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland die Predigt von Weihbischof Jörg Michael Peters ein. Beim Halleluja gehe es dennoch nur bedingt um Fußball, erklärte der Theologe weiter. In erster Linie lobe man so Gott – und sei es, weil der Tag des Pokalfinales gekommen sei. Ein Raunen ging durch den Sakralbau, als Felmberg am Ende rhetorisch fragte: „Wer wird gewinnen?“ Als „Ouvertüre zum Spiel“ wollte Weihbischof Peters den Gottesdienst verstanden wissen. Und zwar in der Weise, wie Gottesdienste auch die Ouvertüre zum Leben seien, diesem Spiel zwischen Mensch und Gott, bei dem es nicht um den Sieg gehe, weil dieser längst durch Jesus Christus errungen sei. Vor diesem Hintergrund könne jeder auch dem Respekt entgegenbringen, der sportlich andere Vorlieben habe als er selbst, rief Peters die Gemeinde auf. Der Abend wird zeigen, ob die Fans das auch so sehen. Die Fürbitten zumindest gingen ebenfalls in Richtung Stadion. Für gesunde Fans und Spieler beteten die Mitwirkenden des Gottesdienstes von vorne. Und die Fans bestätigten das mit einem leisen aber hörbaren „Kyrie eleison“. (pro)
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