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Gottes unfassbare Wege

Was auf Gottes unfassbaren Wegen alles möglich ist, durften die Besucher des Open Doors-Tages 2013 am Samstag in Kassel erleben. Bedrückende Erlebnisse bis hin zu Todesdrohungen der Interviewten paarten sich mit Mut machenden Entwicklungen in Staaten, in denen sich Menschen trotz staatlicher Repressionen bekehrten.
Von PRO

Foto: pro

Stephen berichtete aus Nigeria. Er schult dort junge Leiter. Vor seiner Reise nach Deutschland hatte er per SMS eine Morddrohung erhalten. Für Stephen ist die Bedrohung eine Bestätigung dessen, was in der Bibel zur Verfolgung von Christen gesagt wird. „Ich bin mir sicher, dass das, was ich tue, mit Gottes Willen übereinstimmt“, bekannte der junge Nigerianer. Für alle Orte, an die der Open Doors-Tag über das Internet übertragen wurde, durfte sein Gesicht wegen des Bedrohungspotentials nicht gezeigt werden.
 
Kühnheit für einen Multiplikator
 
Nigeria war laut Weltverfolgungsindex 2012 das Land, in dem es am gefährlichsten war, Jesus nachzufolgen. 800 Christen sind Open Doors zufolge im vergangenen Jahr dort umgebracht worden. Die Vereinigung der Kirchen von Nigeria hat deswegen eine Gebets- und Fastenzeit von Oktober 2012 bis Oktober 2013 ausgerufen. Die Open Doors-Gastgeber wünschten Stephen die Kühnheit, auch weiter Gottes Wort zu verkünden und Jesus als Multiplikator zu bekennen.
 
Die beiden nigerianischen Witwen Damaris und Esther berichteten von der Entwicklung des Landes, in dem das islamische Recht – die Scharia – eingeführt wurde. Dort würden die Hilfen für christliche Dörfer gekürzt. Die Terror-Organisation Boko Haram mache Jagd auf Christen. Deren Alltag sei von Angst geprägt. Die Sonntagsschullehrerin Damaris musste zusehen, wie ihr Mann von Boko Haram zu Tode geprügelt wurde.
 
„Ich spüre es, dass Menschen für mich beten“
 
Kraft in dieser schwierigen Situation habe sie durch das Gebet von Pastoren erhalten. Auch die Gemeinschaft mit anderen Frauen habe ihr geholfen. „Wenn es Gott nicht geben würde, würde ich jetzt nicht mehr leben. Ich spüre es, dass Menschen für mich beten. Das tut gut“, erklärte sie von Tränen gerührt. Das Gebet bezeichnete sie als Schlüssel zum Erfolg: „Gott wird immer für eine Lösung sorgen.“
 
Auch die Schneiderin Esther, die in einer Provinz zwischen islamischem Norden und christlichem Süden lebt, erlebte, wie ihr Ehemann vor ihren Augen getötet wurde. In dieser Situation habe sie Gott angeklagt. Ihr Pastor habe sie ermutigt, trotz allem Gott zu vertrauen. Dies habe sie getan: „Ich will geduldig und stark sein und Gott vertrauen", sagte sie ihrem Pastor. „Ich habe verschiedene Wunder erlebt, die der Herr für mich getan hat.“ Auch in ausweglosen Situationen werde Gott eine Lösung schenken. „Ohne die Hoffnung auf Gott kannst du es nicht schaffen.“
 
Flug in die Hölle
 
Die Missionare Nik und Ruth Ripken hatten am Vormittag von ihren Missionstätigkeiten in Somalia berichtet. „Ich hatte das Gefühl, als sei ich in die Hölle geflogen. 1991 gab es etwa 150 Christen in Somalia. Sechs Jahre später waren nur noch vier von ihnen am Leben“, berichtete Ripken, der zuvor als Pastor in Amerika tätig war. Die Frage nach dem Warum und die Suche nach Gottes Antwort hat das Ehepaar über Jahrzehnte beschäftigt. Sie reisten rund um die Welt und kümmerten sich um verfolgte Christen. Zu deren Situation haben sie aktuell ein Buch veröffentlicht (pro berichtete).
 
Am Nachmittag stellte Ripken die Frage, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, um das Evangelium zu verkünden: „Wenn Du Angst hast, anderen Menschen das Evangelium mitzuteilen, dann hast Du ein geistliches Problem“, stellte Ripken vor 950 Besuchern klar. Er berichtete von einem Christen aus Russland. Trotz der Zeit der Gehirnwäsche im Kommunismus habe dieser seinen Kindern aus der Bibel vorgelesen. „Er hatte am Anfang Angst davor, aber später hätten seine Kinder eine geistliche Sehnsucht empfunden. Die Gemeinde ist gewachsen und ins Visier des KGB geraten.“ Die Verfolger hätten oft lange vor den Christen verstanden, wo Gott etwas bewegt, weil der Satan Gottes Handeln einschränken wolle. „Dies ist schwierig nachzuvollziehen“, bilanzierte Ripken. Den einzelnen Berichten folgten intensive Gebetszeiten.
 
Bereits am Freitag hatte für die junge Generation das Treffen AfterShock stattgefunden. 350 Jugendliche beschäftigten sich dabei mit dem Thema Christenverfolgung. „Es ist wichtig, dass es eine junge Generation gibt, die bereit ist, aufzustehen“, wünschte sich der Leiter von Open Doors, Markus Rode. Der Open Doors-Tag wurde per Live-Stream an zahlreiche weitere Orte in Deutschland übertragen. (pro)

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