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„Gottes Macht und Majestät am Berg erleben“

Die neue Sektion „Gipfelkreuz“ des Deutschen Alpenvereins (DAV) verbindet Bergsport und Glauben. Das soll Kraft für den Alltag geben und Menschen geistlich inspirieren.
Von Norbert Schäfer
Daniel Jägers (rechts) hat mit Fabian Beyrich den Gipfel der Schärtenspitze (2153 m, Berchtesgadener Alpen) über die Nordostwand des Berges erreicht

Foto: Daniel Jägers (privat)

Daniel Jägers (rechts) hat mit Fabian Beyrich den Gipfel der Schärtenspitze (2153 m, Berchtesgadener Alpen) über die Nordostwand des Berges erreicht

Die Sektion „Gipfelkreuz“ des Deutschen Alpenvereins (DAV) will Bergsport und Glauben überkonfessionell miteinander verbinden und neben sportlichen auch geistliche Ziele verfolgen. Der Verein will nach eigenen Angaben Menschen dabei unterstützen, durch Aktivitäten im Gebirge Kraft für den Alltag zu schöpfen, und sie geistlich inspirieren.

„Als Christ glaube ich, dass man – wie es im Römerbrief steht – Gottes ‚Macht und Majestät an seinen Werken, der Schöpfung, sehen und erfahren kann‘“, sagt Daniel Jägers, Vorstand bei „Gipfelkreuz“. Jägers ist leidenschaftlicher Bergsteiger. Er engagiert sich zudem bei der Bergwacht.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) ist als Dachverband mit rund 1,3 Millionen Mitgliedern der größte nationale Bergsportverband der Welt. Organisatorisch besteht dieser Verband aus mehr als 350 selbstständigen Vereinen, Sektionen genannt. Diese Sektionen fördern den Bergsport und engagieren sich für die Bewahrung der ursprünglichen Bergwelt. Seit diesem Jahr gibt es „Gipfelkreuz“ offiziell als Sektion des DAV.

Gipfel eröffnen neue Perspektiven

Im Wesentlichen unterscheidet sich die Sektion „Gipfelkreuz“ in zwei Aspekten von anderen DAV-Sektionen, erklärt der Erlebnispädagoge, der beim „CVJM Aktivzentrum Hintersee“ in den bayerischen Alpen tätig ist. „Erstens definiert sich der Verein nicht regional, sondern richtet sich deutschlandweit an geistlich offene Menschen“, sagt Jägers. Zweitens sähen die Mitglieder den Bergsport nicht nur als Selbstzweck, sondern wollten durch ihre Aktivitäten auch die „Bindung an den Schöpfer“ pflegen. „Dabei ist es uns wichtig, dass wir uns auch als Persönlichkeiten weiterentwickeln und gestärkt werden, um gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“, sagt Jägers.

Daniel Jägers ist Erlebnispädagoge und begeisterter Bergsportler. Er ist Vorsitzender der DAV-Sektion „Gipelkreuz“. Foto: Daniel Jägers (privat)
Daniel Jägers ist Erlebnispädagoge und begeisterter Bergsportler. Er ist Vorsitzender der DAV-Sektion „Gipelkreuz“.

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele überwältigt sind, wenn sie das erste Mal einen alpinen Gipfel aus eigener Kraft erklommen haben“, sagt Jägers. Die Menschen erlangten unter dem Gipfelkreuz „eine neue Perspektive“ auf die Welt und auf sich selbst. „Nicht selten werden das Leben und die eigene Bedeutung hinterfragt“, erklärt Jägers im Gespräch mit pro. Viele Menschen fühlten sich in den Bergen mit Gott auf eine ganz besondere Weise verbunden. „Menschen, die sich selbst als Agnostiker oder Atheisten sehen, lassen teilweise die Frage nach Gott neu an sich heran“, sagt der DAV-Bergsteigertrainer. Diese Momente wollen die Mitglieder der Sektion aufgreifen und vertiefen. Dies geschieht hauptsächlich auf Bergfreizeiten, Touren und Kursen, die übers Jahr verteilt stattfinden.

Zur Zeit sucht der Verein sowohl Interessierte, die sich auf ein „Abenteuer am Berg“ einlassen, als auch erfahrene Bergsportler, die bereit sind, Touren zu organisieren und ihr Wissen und ihren Glauben mit anderen Menschen zu teilen.

Von: Norbert Schäfer

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