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Gott, Schokolade und Fische im Himmel

Wenn Kinder über Gott nachdenken, kommen sie meist auf andere Fragen als Erwachsene. Es sind lustige und oft auch ungewöhnliche Gedanken. Die Theologin Maike Lauther-Pohl hat in dem Buch "Isst der liebe Gott auch gerne Schokolade?" 40 Kinderfragen gesammelt und zeigt, wie Erwachsene auf verblüffende und auch sprachlos machende Fragen antworten können.
Von PRO

Foto: Ellermann Verlag

Warum wird das Baby bei der Taufe nass gemacht? Hatte Jesus zwei Papas? Kommen Fische in den Himmel? Derartige Fragen bringen auch theologisch gebildete Erwachsene zum Stottern. Gar nicht so leicht, verständlich und theologisch richtig zu antworten. Die Religionspädagogin und Theologin Maike Lauther-Pohl hat für ihr Buch 40 Kinderfragen gesammelt, die die Jüngsten in evangelischen Kindertagesstätten gestellt haben. Zu jeder Frage erklärt sie theologische Sachverhalte und christliche Traditionen kindgerecht.

Manchmal gibt es auch keine allgemeingültige Antwort und sie beschreibt eine Möglichkeit, gemeinsam mit dem Kind über biblische Aussagen oder Fragen nachzudenken. Ihre Antworten versteht die Mutter von zwei Kindern nach eigener Aussage im Vorwort als "Antwortangebote aus christlicher Perspektive". Die liebevollen Illustrationen von Miriam Cordes verleihen dem Buch eine fröhliche und warme Ausstrahlung.

Erwachsene müssen nicht immer alles wissen, aber authentisch sein

Und dann gibt es noch die Fragen nach Tod, Leid und Ungerechtigkeit, auf die auch Erwachsene keine klare Antwort haben. In den Kapiteln "Wie ist das mit dem Tod?" und "Warum lässt Gott Böses zu?" versucht die Autorin, verständliche und tröstende Antworten zu geben. Dabei gesteht sie ein, dass Menschen manches in diesem Leben nicht verstehen, aber hoffentlich nach dem Tod erkennen können. Auf die Frage, ob Fische in den Himmel kommen, hat sie allerdings auch keine Antwort gefunden.

Einige Erklärungen werden vielleicht Widerspruch bei Theologen auslösen – beispielsweise Lauther-Pohls Erläuterung zur Schöpfungsgeschichte. Die Religionspädagogin greift die unterschiedlichen theologischen Deutungen nicht auf, sie will den Kindern nahe bringen, dass Gott uns Menschen auf der Erde haben will und uns lieb hat.

Die Theologin ermutigt Erwachsene, Antworten auf unbequeme Kinderfragen zu suchen und Kinder bei den wichtigen Fragen des Lebens und Glaubens zu begleiten. Sie weist darauf hin, dass Kinder es gut aushalten, wenn die "Großen" sagen, dass sie etwas nicht wissen. Dass sie aber wenig anfangen können mit einer Antwort, "die nicht ehrlich gemeint ist, sondern gegeben wird, um das Nichtwissen zu überspielen".

Am Ende des Buches gibt sie Anregungen für das Gespräch mit Kindern und macht Erwachsenen Mut, authentisch zu sein, auch wenn diese unsicher sind und glauben, ihre Antwort reiche nicht aus. Der Verlag empfiehlt das Buch für Kinder von 4 bis 6 Jahren, aber sicher interessieren sich auch Grundschulkinder oder deren Eltern dafür.

Und wie ist das nun mit der Schokolade?

Darauf antwortet Lauther-Pohl: "Ob Gott überhaupt isst? Ich weiß es nicht. Was meinst Du?" Sie erklärt, dass Schokolade für Menschen ein Genuss, etwas besonders Gutes bedeutet und kommt zu dem Schluss: "Wenn Gott etwas genießt – so wie wir Schokolade genießen – dann vielleicht das: Dass Menschen gut zueinander sind. Dass wir aufeinander achten, dass wir anderen etwas abgeben (…) Vielleicht sind Menschen, die für Frieden eintreten, für Gott so schön, wie für uns Schokolade essen." (pro)

"Isst der liebe Gott auch gerne Schokolade?", Maike Lauther-Pohl, Ellermann Verlag, 78 Seiten, 9,95 Euro, 978-3770731602

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