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Gott ist ein Liberaler

An vielen Stellen der Bibel erkennt man die Grundzüge sozialer Marktwirtschaft. Davon sind die FDP-Politiker Otto Fricke und Patrick Meinhardt überzeugt. In einem Interview mit dem Deutschlandradio sprechen sie über Politik – und über den Glauben.  

Von PRO

Foto: Otto Fricke

"Gott ist auch ein Liberaler. Die Betonung ist auf dem Auch. Nicht: Gott ist Liberaler, sondern er ist es auch", sagte der 44-jährige Fricke. Gott sei zudem "ein Konservativer, an vielen Stellen sogar ein sehr Konservativer. An vielen ein sehr Sozialer." Schaue man sich die Bibel genauer an, dann sei die Basis der Bibel an vielen Stellen eine soziale Marktwirtschaft, davon ist der Protestant überzeugt.

"Dann ist die Erwartung auch an den Christen, im Rahmen seiner Möglichkeit auch wirtschaftlich das zu tun, was er kann, und damit zu helfen", so der Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages gegenüber dem Deutschlandradio. Das Thema Geld, so sagt es der FDP-Bildungspolitiker Patrick Meinhardt, spiele auch in der Bibel eine große Rolle. Als Beispiel zitiert Meinhardt das Gleichnis von den anvertrauten Talenten aus Matthäus 25, 14 – 30.

Beide Abgeordneten gehören zu den 41 Christen der Gruppe "Christen in der FDP-Fraktion". Sie treffen sich regelmäßig zum überkonfessionellen "Gebetsfrühstückskreis" (pro berichtete). Bei den internen Treffen der Gruppe gehe es auch um die Frage, wie sich christliche und liberale Werte vereinbaren und in die Tagespolitik einbringen lassen. Bei moralisch schwierigen Themen sieht Meinhardt, der die Gruppe leitet, das Gewissen als letzte Instanz an. Er habe sich daher  schon mal Anträgen anderer Fraktionen angeschlossen, die von der liberalen Linie abweichen. Beispielsweise bei der Debatte um die Stammzellforschung. Meinhardt sieht das gelassen: "Das wenigste, was unsere Parteibasis will, ist, dass wir eine einheitliche Abstimmungsmasse sind. Sondern sie will gerade von uns, dass wir in aller Vielfalt unsere Verantwortung wahrnehmen."

Nicht alle wollen den eigenen Glauben in die Öffentlichkeit tragen. So auch der katholische FDP-Abgeordnete Marco Buschmann. Er möchte vermeiden, dass die Menschen den Eindruck bekommen, die FDP würde nur glaubensmotiviert handeln. Für ihn sind Argumente jenseits der Religion wichtig, Fakten, die "hart an der Sache" blieben. "Wir sollten den Anspruch haben, Dinge so zu erklären, dass auch Menschen ohne Glauben oder Menschen mit anderem Glauben als dem christlichen dies verstehen und akzeptieren können."

Von der Äußerung des Parteikollegen Bijan Djir-Sarai, der gegenüber dem "Spiegel" sagte: "Unser Auftritt soll auch ein Signal an die Wähler sein, die sich in der Union nicht mehr zuhause fühlen", distanzieren sich viele Arbeitskreismitglieder. Nach Meinung von Otto Fricke sende die FDP an die Bürger, die meinten, man könne als Christ nicht FDP wählen, die Botschaft: "Guck, ob Du da nicht ein Vorurteil hast." Glaube sei für ihn kein Kriterium, um "irgendjemandem Wähler abzuluchsen oder nicht".
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1090282/
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