Google stellt Nelson Mandela-Archiv ins Netz

Dank einer finanziellen Unterstützung durch den Internetriesen Google konnte am Dienstag das Digitale Nelson Mandela-Archiv online gehen. Nun sind bedeutende Texte, Fotos und Videos des bekannten südafrikanischen Kämpfers gegen Apartheid für Menschen weltweit einsehbar.
Von PRO

Foto: Nelson Mandela Centre of Memory / pro

Wie Google am Dienstag mitteilte, gab das amerikanische Unternehmen dem "Nelson Mandela Centre of Memory" in Johannesburg 1,25 Millionen Dollar (rund 950.000 Euro), damit tausende Dokumente des Archivs digitalisiert werden können. Darin enthalten sind Briefe des südafrikanischen Staatsmannes an seine Familie und Mitstreiter sowie das Tagebuch, das er während seiner 27 Jahre währenden Haft auf einer Insel bei Kapstadt führte.

Das Archiv enthält unter anderem die älteste bekannte Fotografie von Mandela, Aufnahmen von seiner Zelle auf Robben Island aus den 70er Jahren sowie Aufzeichnungen des Manuskripts für seine Autobiographie "Der lange Weg zur Freiheit". Derzeit sind 1.900 Bilder, Dokumente und Videos online, das Archiv soll in den kommenden Jahren weiter wachsen.

"Diese digitale Initiative ermöglicht es uns, ein breites Spektrum von Interessierten zu erreichen, von den Experten bis hin zu den systematisch in Bildungsfragen benachteiligten Menschen in Südafrika", freute sich Verne Harris vom "Nelson Mandela Centre of Memory". "Die Besucher können verschiedene Aspekte aus Mandelas Leben erforschen: die frühen Jahre, die Zeit im Gefängnis, als Präsident, seinen Ruhestand und die Bücher zum Thema."

Auch Steve Crossan, Leiter des "Google Cultural Institutes", betonte: "Das digitale Mandela-Archiv zeigt, wie das Internet helfen kann, geschichtliches Erbe zu bewahren und der ganzen Welt zugänglich zu machen."

Das "Google Cultural Institute" setzt sich dafür ein, kulturelles Erbe zu bewahren und online zugänglich zu machen. Digitalisiert wurden bereits Schriftrollen vom Toten Meer, mehrere Tausend Kunstwerke aus Museen in der ganzen Welt sowie das Archiv der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.

Der Methodist Mandela

Der 1918 geborene Mandela wurde mehrmals inhaftiert, am längsten von 1964 bis 1990. Vor zwei Wochen jährte sich die Abstimmung der Südafrikaner für ein Ende der Apartheid zum 20. Mal: Bei einem Referendum am 17. März 1992 sprachen sich 68,7 Prozent der weißen Stimmberechtigten für eine Beteiligung der schwarzen Bevölkerung an der politischen Macht aus. Mandela bekam 1993 den Friedensnobelpreis verliehen. Ein Jahr später wurde er Präsident von Südafrika.

Mandela gehört der Methodistischen Kirche an. In einer Rede auf einem christlichen Oster-Treffen im Jahr 1994 sagte er: "Wir erheben unsere Stimmen in heiliger Freude, um den Sieg zu feiern, den der auferstandene Christus über die schreckliche Macht des Todes errungen hat. Ostern ist ein Fest der Freude! Denn es ist ein Fest der Hoffnung." Mandela glaubt an Jesus als den auferstandenen Messias, der "nicht eine bestimmte Rasse auserwählt, nicht ein bestimmtes Land oder Sprache, sondern die ganze Menschheit". (pro)
http://archives.nelsonmandela.org/
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