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Gnadauer Präses Diener: Zuwendung zu Menschen

Der neue Präses des pietistischen Gnadauer Verbandes, Michael Diener, fordert ein vermehrtes gesellschaftliches Engagement von Christen. Der Pietismus sei nämlich schon immer eine soziale und politisch verantwortliche Bewegung.
Von PRO

Foto: (Gnadauer Verband)

"In unserem Verband gibt es jede Menge sozialer und diakonischer Arbeit, die aber in der Wahrnehmung oft hinter der Wortverkündigung zurückbleibt", sagte Diener in einem Interview mit dem "Rheinischen Merkur". "Ich kann mir vorstellen, dass Menschen am Rande unserer Gesellschaft vermehrt Hilfsangebote durch unsere Arbeit erhalten."

Attraktiv mache den Pietismus das, was ihn durch seine Geschichte hindurch geprägt habe: "Die Zuwendung zum Einzelnen und die Bereitschaft, den Menschen in seiner jeweiligen Lebenssituation wahrzunehmen. Das Gebet, das Hören auf Gottes Wort, die Erfahrung von Gemeinschaft."

"Vertrauensvolle Kommunikation zwischen beiden Partnern"

Im theologischen Dialog will der 46-Jährige Brücken bauen. Das Verhältnis zwischen Landeskirchen und Gemeinschaften wolle er nicht aus den Augen verlieren, weil beide zusammen gehörten: "Ich will versuchen, Brücken zu bauen, über die beide Partner gehen können." Dies könne geschehen, "wo Vorurteile wirkliche Begegnungen verhindern", oder wo bisher "das Verhältnis zwischen Kirchen und Gemeinschaften statisch" verstanden werde. In der Abendmahlfrage erhoffe er sich, gegenseitigen Respekt in den Gesprächen, damit diese zu guten Ergebnissen führten.

Die Tatsache, dass sich an vielen Orten Gemeinschaften zu eigenen Gemeinden entwickeln, hält Diener für vertretbar. Auch im EKD-Reformpapier "Kirche der Freiheit" 2006 sei von Gemeindemodellen die Rede, die das bestehende System nicht ersetzen, aber ergänzen: "Ich wäre dankbar, wenn diese Akzente über das bisherige Maß hinaus in die Vereinbarungen zwischen den Landeskirchen und den Gemeinschaftsverbänden einfließen würden", so Diener.

Diener war im Februar 2009 von der Mitgliederversammlung als neuer Präses des Gnadauer Verbandes gewählt worden. Seine Amtszeit beträgt sechs Jahre. Diener war 1997 bis 2003 stellvertretender Vorsitzender des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Pfalz. Seit 2005 ist er Dekan des Kirchenbezirkes Pirmasens. Sein Vorgänger im Amt des Präses, Christoph Morgner, trat nach 20 Jahren in den Ruhestand. Am Montag wird Diener in Kassel in sein neues Amt eingeführt.

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