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Glaubensfreiheit ist Menschenrecht”

Die stellvertretende Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, die CDU-Bundestagsabgeordnete Sibylle Pfeiffer (Wetzlar), hat sich für eine Unterstützung von Christen ausgesprochen, die aufgrund ihrer Religion verfolgt werden. "Hier haben wir als Abgeordnete die Pflicht, politische Einflussnahme zu üben und das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen."
Von PRO

Foto: Open Doors

Positiv sei, erklärte Pfeiffer am Montag vor Journalisten in Wetzlar, dass noch in diesem Jahr eine Anhörung zum Thema Christenverfolgung im Bundestag stattfinde. Es müsse über politische Initiativen und Anträge gelingen, die europäische Bevölkerung zu sensibilisieren, aber auch auf wirtschaftlicher und moralischer Ebene Druck zu erzeugen. "Wir müssen den Finger in die Wunde legen. Denn dort wo Menschenrechte beachtet werden, erleben wir auch die Hinwendung zu demokratischen Strukturen", so die Abgeordnete. Nachhaltigkeit könne man in diesem Prozess erzielen, wenn man über mehrere Jahre intensiv am Ball bleibe. "Wir müssen über die Medien die politische Debatte herstellen. Es geht darum, das Interesse der Experten aber auch der Bevölkerung zu wecken und sie zum Handeln zu bewegen."

Der Sprecher für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz, Professor Thomas Schirrmacher (Bonn), betonte, eine Verletzung der Religionsfreiheit stehe mit jeder anderen Menschenrechtsverletzung auf einer Ebene. Die Glaubensfreiheit werde zwar am häufigsten verletzt, aber seltener geahndet als alle anderen Menschenrechtsverletzungen. Der Theologe fügte hinzu, dass das Christentum trotzdem dort am schnellsten wachse, wo es keine Religionsfreiheit gibt. Damit nehme auch das Verhältnis der in Freiheit lebenden Christen im Gegensatz zu den nicht in Freiheit lebenden ab. "Die Christenverfolgung ist ein real existierendes Problem. Deswegen passen der Einsatz der Kirchen und der Politik gut zusammen." In Ländern wie Indien, Afghanistan und Kasachstan habe man über die politische Schiene immerhin Erfolge in der Vergangenheit erzielen können.

Keine Glaubensfreiheit

Markus Rode (Frankfurt/Main), Leiter von Open Doors Deutschland, verwies darauf, dass es sich bei der Diskussion um Christenverfolgung schwerpunktmäßig um islamische Länder handele. Auf den ersten zehn Plätzen des Weltverfolgungsindex stünden zwei kommunistische und acht islamische Länder, so der Leiter der internationalen Hilfsorganisation. An der Spitze sind Nordkorea, Iran, Saudi-Arabien und Somalia. Von 250.000 Christen im Iran seien 100.000 ehemalige Muslime. "Weil sie keine Option für eine freie Entscheidung des Glaubens haben, droht ihnen Verfolgung. Wo Muslime sich für das Christentum entscheiden, müssen sie untertauchen oder werden durch den Staat unter Folter gezwungen, zum muslimischen Glauben zurückzukehren."

Auch im Irak gebe es kriminelle Verfolgungswellen, weil alle interessiert seien, gegen Christen vorzugehen. "Es tauchen aber kaum Informationen über verfolgte und getötete Christen in den Medien auf. Insgesamt handelt es sich um ein extrem gemiedenes Thema", bemängelt Rode. In Pakistan seien mehr als 80 Prozent der Christen Analphabeten und müssen unterste Aufgaben verrichten. "Dies ist nur die Spitze des Eisberges. Die Politik muss Rückenwind geben und die Situation der Christen vor Ort stärken. Es ist unsere Pflicht, uns parteiunabhängig für verfolgte Christen einzusetzen – genauso wie für alle anderen Minderheiten auch", bilanziert Rode.

Eingeladen zu dem Gespräch hatte der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Wolfgang Baake (Wetzlar). Baake betonte, dass man sich seit zwei Jahren bemühe, das Thema Christenverfolgung auf die politische und publizistische Tagesordnung zu bringen. Dabei dürfe die Denomination der verfolgten Christen keine Rolle spielen. In der jüngsten Vergangenheit habe dies der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder im Rahmen der Haushaltsdebatte im Deutschen Bundestag in eindrücklicher Form getan. "Auch Publikationen, die auf die Christenverfolgung hinweisen, helfen den Menschen", erklärte Baake.

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