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Gläubiger Katholik wird Regierungssprecher

Steffen Seibert kennen ZDF-Zuschauer aus dem "heute journal" oder den "heute"-Nachrichten. Nun hat der 50-Jährige seine Journalisten-Karriere vorerst auf Eis gelegt und wird neuer Regierungssprecher. Nicht nur im Privatleben ist Seibert engagierter Katholik.

Von PRO

Foto: Whuke/wikipedia

Am Samstag hieß es aus Berlin: Steffen Seibert wird neuer Sprecher der Bundesregierung. Am 11. August soll er Nachfolger von Ulrich Wilhelm werden. Der gebürtige Münchener war USA-Korrespondent, moderierte das "ZDF-Morgenmagazin", das "Abendmagazin", "Hallo Deutschland" und leitete die Sendung "ZDF Reporter". Ganz öffentlich hat Seibert in den vergangenen Jahren auch immer wieder Stellung zu seinem Glauben bezogen: Als Erwachsener konvertierte er zum Katholizismus. Erst vor wenigen Wochen übernahm er einige Tage lang die Auslegung des "Tagesevangeliums" beim Kölner "Domradio". Dort sagte er, dass er vor zehn Jahren ganz bewusst begonnen habe, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Aufgewachsen sei er in einer "religionsfernen Familie". Der Glaube sei heute sein "innerer Kern, den ich spüre, der mich stärkt".

"Sehnsucht nach Aufgehobensein"

Seinen Weg zum Glauben beschrieb Seibert auch 2009 in der Zeitschrift "Frau im Spiegel": "Da war einfach eine große Sehnsucht nach Religion und nach einem Aufgehobensein im Glauben." Als seine Eltern sich scheiden ließen, als er zwölf war, habe er das Vertrauen in einen Gott vorübergehend verloren. Erst die Begegnung mit religiösen Menschen habe dies geändert. In der katholischen "Tagespost" beschrieb er: "Das waren unterschiedliche Begegnungen. Ich bin mit einem polnischen Kollegen eng befreundet. Wir haben uns in Amerika kennengelernt. Über ihn bin ich einem sehr beeindruckenden polnischen Dominikaner begegnet, der für meinen Freund eine wichtige Person im Leben ist. Dann ergab eines das andere. Über Vermittlung von Kardinal Lehmann kam es schließlich über eineinhalb Jahre zu ziemlich häufigen Treffen mit einem Mainzer Prälaten. Mein Weg zum Glauben hatte viel damit zu tun, dass mir Menschen begegnet sind, die auf diesem Wege schon weit voraus waren und mir sozusagen das Licht angeknipst haben."

Heute lese er häufiger in der Bibel als früher. Immer wieder nehme er sich vor, öfter in die Kirche zu gehen. "Wenn ich auf Reisen bin, tue ich das oft. Da gehe ich irgendwo in die Kirche und spüre, welche Wohltat das für mich bedeutet. Es gibt vielerlei Veränderungen, aber das ist nicht leicht zu greifen. Ich kann nur sagen, dass dieser Schritt mich sehr glücklich macht. Und dass ich das Gefühl habe, da ist noch viel Weg vor mir, den ich aber wirklich bis zum Letzten gehen möchte."

"Ich bin Christ – auch bei der Arbeit"

Was würde Seibert der Kirche raten? In der "Tagespost" beantwortete er diese Frage so: "Ich würde darauf setzen, dass die Kraft der Aussage und des Bekenntnisses gerade in der heutigen Zeit wieder wirksam sein kann. Und ich würde nicht verzweifeln, wenn die Zahl der Gläubigen kleiner wird: Vielleicht wird der Glauben dieser kleineren Zahl dadurch größer. An Stelle der Kirche würde ich auf keinen Fall jede Medienwelle mitreiten und auf jeden Zug aufspringen und mir immer das zeitgemäßeste Gewand anziehen." Zwischen seiner journalistischen Tätigkeit und seinem Glauben, hat er keinen Gegensatz gesehen, auch wenn es in seinem Metier nicht viele Christen gebe, sagte er im "Domradio". Schief angeguckt werde er, trotz eines Bildes Papst Benedikts über dem Schreibtisch, nicht. Und so bekennt er: "Ich bin Christ – auch bei der Arbeit." (pro)

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