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„Gipfel-Halbmond“ auf Schweizer Bergen

Auf einem Schweizer Berggipfel thront seit einigen Tagen ein riesiger Halbmond. Das Kunstprojekt muss allerdings zeitnah wieder entfernt werden, da die Genehmigung fehlt.
Von PRO
Künstler Christian Meier: „Der Motor für dieses Projekt war meine Freude am Provozieren“ (Montage)

Foto: Montage – pro/MartinStr/Ciker-Free-Vector-Images

Künstler Christian Meier: „Der Motor für dieses Projekt war meine Freude am Provozieren“ (Montage)
Ein drei Meter hoher Halbmond auf einem Gipfel in der Ostschweiz hat nicht nur in Schweizer Medien für Aufsehen gesorgt. Die beleuchtete Betonskulptur auf dem Berg „Freiheit“ in Appenzell Innerrhoden stammt vom Künstler Christian Meier. In einer Guerilla-Aktion ließ er diese per Helikopter aufstellen, wie ein YouTube-Video zeigt. Die Idee dazu kam dem Künstler beim Wandern. Hier seien ihm die vielen Gipfelkreuze aufgefallen. Als „glühender Atheist“ finde er diese absurd und wollte einen „einen ebenso absurden Kontrast setzen“, erklärt Meier gegenüber dem Ostschweizer Fernsehsender TVO. „Wir alle sind mit der Idee aufgewachsen, dass Kreuze einfach zu Bergspitzen gehören. Dabei ist das Kreuz einfach ein Symbol für das – in meinen Augen – unvernünftige Denksystem des Christentums“, sagt Meier zur Schweizer Zeitung Der Bund.

„Gipfel der Frechheit“

Bergwanderer kritisieren die Aktion. „Ich begreife nicht, welchen Zweck dieser drei Meter hohe beleuchtbare Halbmond erfüllen soll und ich verstehe auch nicht, wie man einen Berg derart entstellen kann“, beschwert sich ein Wanderer gegenüber dem regionalen Radiosender FM1 Today. Ein anderer bezeichnet den Halbmond auf dem Gipfel der Freiheit gar als „Gipfel der Frechheit“. Auch die Behörden haben mit dem Halbmond keine Freude. Der Vorsitzende der Innerrhodener Kantonsregierung, Landammann Roland Inauen, sagt gegenüber FM1, dass man „solche Aktionen nicht tolerieren“ könne. Dennoch zeigt sich die Regierung kulant. Der Künstler Meier hat zugesagt, den Halbmond binnen einer Woche wieder zu entfernen und kommt dafür ohne Strafe davon. Dass er demnächst einen Davidstern auf einem Schweizer Berggipfel montiere, schließt Meier gegenüber dem Schweizer Tagblatt aus: „Nein, es war eine einmalige Aktion.“ Meiers Aktion erinnert an die Halbmond-Affäre in Österreich vor zehn Jahren. Gipfelkreuze sollten durch Halbmonde ersetzt werden, zitierte damals der rechtspopulisitsche Politiker Peter Westenthaler einen vermeintlichen Brief der islamischen Glaubensgemeinschaft in einem Fernsehduell. Das Schreiben stellte sich im Nachhinein als Fälschung einer Künstlergruppe heraus. Diese habe testen wollen, „wie weit populistische Politiker gehen“, schrieb damals die österreichische Zeitung Die Presse. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/unbekannter-zerstoert-gipfelkreuze-97382/
https://www.pro-medienmagazin.de/nachrichten/detailansicht/aktuell/marketingstrategie-loest-streit-um-gipfelkreuz-aus-80981/
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