Mark Galli ist seit Januar im Ruhestand. Zuvor war er Chefredakteur von Christianity Today.

Mark Galli ist seit Januar im Ruhestand. Zuvor war er Chefredakteur von Christianity Today.

Publizist und Trump-Kritiker Mark Galli jetzt katholisch

Der einstige Chefredakteur von Christianity Today, Mark Galli, ist zum katholischen Glauben konvertiert. Zuletzt hatte Galli in einem Editorial scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump geäußert.

Der ehemalige Chefredakteur der US-amerikanischen evangelikalen Zeitschrift Christianity Today (CT), Mark Galli, ist zum katholischen Glauben übergetreten. Das berichtet der Religious News Service (RNS). Demnach wurde der evangelikal gesinnte, Trump-kritische Journalist am 13. September von Bischof Richard Pates in der Kathedrale von St. Raymond Nonnatus in Joliet, Illinois, gefirmt.

Etwa zwei Monate vor der Wahl des US-Präsidenten kehrt Galli den Evangelikalen im Land den Rücken. Nach Angaben von RNS führt Galli für seine Konversion ausschließlich persönliche Gründe an. „Ich lehne den Evangelikalismus nicht ab", erklärte Galli erst kürzlich in einem Interview.

Galli: Trump „zutiefst unmoralisch“

Der 68-jährige Medienschaffende hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, als er im Dezember 2019, damals noch im Amt als CT-Chefredakteur, in einem Editorial die Amtsenthebung von US-Präsident Donald Trump gefordert und den Evangelikalen im Lande vorgeworfen hatte, Gott vergessen zu haben. Galli hatte dem US-Präsidenten unter anderem vorgeworfen, „zutiefst unmoralisch“ zu handeln. Gallis Editorial in dem Magazin hatte unter US-Evangelikalen eine Debatte über die Haltung zum US-Präsidenten entfacht. Der ehemalige presbyterianische Pastor Galli war sieben Jahre lang Chefredakteur der Zeitschrift gewesen und schließlich im Januar 2020 in den Ruhestand getreten.

Der bekannte Evangelist Billy Graham hatte Christianity Today im Jahr 1956 gegründet. Die Zeitschrift genießt unter US-Evangelikalen, die nach Angaben von Deutschlandradio teilweise in Donald Trump einen „Gesalbten Gottes“ erkennen, den Ruf eines Leitmediums.

Dem RNS-Bericht zufolge war dem Übertritt Gallis zur katholischen Kirche ein längerer Prozess voraus gegangen. Demnach besuchte Galli seit zwei Jahren die tägliche Früh-Messe in der katholischen Kirche St. Michael. Er beichte dort zudem zweimal im Monat. Bereits vor zwei Jahren habe Galli sein Interesse an der Teilnahme an einem Studienkurs für Konvertiten bekundet, berichtet RNS und bezeichnet Galli als einen „Umkehrer“, da der in Kalifornien Geborene als Kind katholisch getauft worden sei und auch die Erstkommunion erlebt habe. Erst im Alter von 13 Jahren habe er gemeinsam mit seiner Mutter eine „sehr konservative" evangelische Kirche besucht. Nach einem Geschichtsstudium besuchte Galli dann das Fuller Theological Seminary, das weltweit größte theologische Seminar evangelikaler Prägung, und war danach zehn Jahre lang Pastor einer presbyterianischen Kirche, bevor er sich verstärkt dem Anglikanismus zuwendete.

Von: Norbert Schäfer

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus