In einer Studie gaben 22 Prozent der befragten Deutschen an, mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst zu besuchen

In einer Studie gaben 22 Prozent der befragten Deutschen an, mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst zu besuchen

Mehrheit der Christen praktiziert Glauben nicht

Die meisten Westeuropäer identifizieren sich als Christen. In den Gottesdienst gehen nur wenige. Das legt eine Studie des Pew Research Centers über Glauben und religiöse Praktiken offen. Die christliche Identität wirkt sich demnach auch auf die Haltung gegenüber Minderheiten aus.

Die meisten Westeuropäer sehen sich nach wie vor als Christen, aber nur noch wenige gehen regelmäßig in einen Gottesdienst. Das hat eine Studie des Pew Research Centers über Glauben und religiöse Praktiken in Westeuropa offengelegt. Demach bezeichnen sich in Deutschland 71 Prozent der Befragten als Christen, in Italien und Österreich sind es 80 Prozent, in den Niederlanden dagegen nur noch 41 Prozent.

In Deutschland gaben rund 22 Prozent der Befragten an, mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst zu besuchen. Die Studie bezeichnet diese Gruppe als „Praktizierende Christen". Die Mehrheit, es sind 49 Prozent, gab hingegen an, dies nicht zu tun. Sie werden in der Pew-Studie als „Nicht praktizierende Christen" bezeichnet. Die Studie zeigt: Durchschnittlich besuchen nur rund 18 Prozent der Befragten in Westeuropa mindestens einmal pro Monat einen Gottesdienst. Mehr als doppelt so viele, rund 46 Prozent, tun dies nicht.

Mehrheit glaubt an höhere Macht

In allen Ländern, mit Ausnahme Italiens – dort halten sich die beiden Gruppen die Waage –, ist die Zahl der nicht praktizierenden Christen höher als die der praktizierenden Christen. Die Zahl der nicht praktizierenden Christen übersteigt in den meisten Ländern auch die Zahl der Personen ohne Religionszugehörigkeit. Das sind solche Personen, die sich selbst als Atheisten, Agnostiker oder „keiner bestimmten religiösen Gemeinschaft angehörig“ oder als „konfessionslos“ bezeichnen.

Die meisten praktizierenden Christen (64 Prozent) geben in der Studie an, an Gott, „wie er in der Bibel beschrieben wird“, zu glauben. Das sagen auch 24 Prozent der nicht praktizierenden Christen. Sie gaben dagegen eher (51 Prozent) an, an eine andere höhere Macht oder spirituelle Kraft im Universum zu glauben. Die überwiegende Mehrheit der nicht praktizierenden Christen, ebenso wie die Mehrheit der Konfessionslosen, befürwortet der Studie zufolge die legale Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehe.

Negative Ansichten über Einwanderer

Für die Umfrage hat das Pew Research Center von April bis August 2017 Telefoninterviews unter 24.599 Erwachsenen im Alter ab 18 Jahren in 15 westeuropäischen Ländern (Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Protugal, Spanien, Schweden Schweiz und Großbritannien) durchgeführt.

Die Autoren schreiben, dass „die christliche Identität in Westeuropa mit einem höheren Grad von negativen Gefühlen gegenüber Einwanderern und religiösen Minderheiten einher geht". Personen, die sich selbst als Christen identifizierten, äußerten demnach eher als Konfessionslose negative Ansichten über Einwanderer, Muslime und Juden. Etwa 58 Prozent der praktizierenden Christen gaben an, dass die Regierungspolitik die religiösen Werte und Glaubensvorstellungen in ihrem Land unterstützen sollte.

Von: Norbert Schäfer

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus