In Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, bemühen sich die Behörden um Aufklärung der Terrorakte am Osterfest

In Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, bemühen sich die Behörden um Aufklärung der Terrorakte am Osterfest

Terror in Sri Lanka – Suche nach den Hintergründen

Nach den Bombenanschlägen in Sri Lanka bemühen sich die Behörden in dem Land um Aufklärung. Die Hintergründe der blutigen Anschläge sind noch unklar.

Nach den verheerenden Bombenanschlägen in Sri Lanka mit Hunderten Toten und Verletzten bemühen sich die Behörden in dem Land um Aufklärung. Medienberichten zufolge wurden mehrere Verdächtige festgenommen. Am Ostermontag sind die Hintergründe der blutigen Anschläge noch unklar.

Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vom Montag sind sechs Anschläge auf Kirchen und Hotels von Selbstmordattentätern ausgeführt worden. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf einen Forensiker des Verteidigungsministeriums Sri Lankas. Über mögliche Motive oder Zugehörigkeit der Attentäter zu extremistischen, terroristischen oder religiösen Gruppen herrscht bislang Unklarheit. Es bekannte sich bislang niemand zu den Angriffen.

„Spekulationen“

In den Medien wird nach möglichen Motiven der Bluttat gesucht. „Die Täter hatten es ganz offensichtlich darauf abgesehen, möglichst viele Menschen zu töten und sie hatten bei ihrem Vorhaben ganz offensichtlich die christliche Minderheit in Sri Lanka im Visier, sowie eine der wichtigsten Branchen des Landes, den Tourismus“, berichtete der Deutschlandfunk am Sonntag. Eine „Spekulation“ führe in den Bereich des islamistischen Terrors. Der habe bislang kaum eine Rolle in dem Inselstaat gespielt. Möglicherweise hätten die Sicherheitsbehörden diese Gefahr verkannt. Gewalt zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften und ethischen Gruppen habe in dem Land eine lange Geschichte. Dem Bericht zufolge „heizen radikale buddhistische Mönche immer wieder den Hass auf muslimische und auch christliche Minderheiten an“.

Die Tagesschau berichtete am Montag, dass der Polizei in Sri Lanka Warnungen eines „ausländischen Geheimdienstes" vor einer radikalislamischen Gruppierung, die Selbstmordanschläge auf Kirchen und die indische Botschaft in Colombo verüben wollten, vorgelegen hätten.

Land ist in einer „Schockstarre“

Die Welt berichtet, dass sich die Nationalallianz der hinduistischen Tamilen wie der Nationale Muslimrat von der Bluttat „mit Abscheu distanziert" hätten. Ebenso die als extremistisch eingestufte muslimische National Towheed Federation. Muslime, Hindus und Christen sind dem Bericht zufolge Minderheiten in Sri Lanka. Unter der Mehrheit, singhalesischen Buddhisten, gibt es nach Angaben der Welt „eine von Mönchsekten getragene, gewaltbereite Strömung“. „Den“ Buddhismus gebe es sowenig, wie „den“ Islam oder „das“ Christentum, konstatiert die Zeitung. Zudem hätten Buddhisten rund zweitausend Jahre lang Verfolgung durch südindische Herrscher, muslimische Zuwanderer, Holländer, Portugiesen und Briten erfahren. „Doch so wie im Nahen Osten unter den Muslimen, so kam es auch unter Sri Lankas Buddhisten als Reaktion auf die Kolonialzeit zu einer religiösen Erweckungsbewegung, zur buddhistischen Wiedergeburt im Sinne der alten Tradition", berichtet die Zeitung.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am Montag von einem jahrzehntelangen „Konflikt zwischen Tamilen und Singhalesen" in dem Land. Der sei „überlagert von anderen Spannungen, etwa zwischen buddhistischen Hardlinern und der muslimischen Minderheit". Der „Staat und seine Wächter wirkten ohnmächtig“, konstatierte die Zeitung. Die unbekannten Täter hätten das Land „in eine Schockstarre gebombt“.

Am Ostersonntag ist Sri Lanka von einer Reihe blutiger Bombenanschläge erschüttert worden. Bei insgesamt acht Explosionen kamen mindestens 290 Menschen ums Leben, mindestens 450 wurden verletzt. Ziel der Anschläge waren Luxushotels und christliche Kirchen. Dort hatten sich Christen zu Ostergottesdiensten versammelt. Hier sind die meisten Opfer zu beklagen. Unter den Opfern befinden sich auch zahlreiche Ausländer.

Von: Norbert Schäfer

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