Immer weniger Amerikaner möchten die klassische Erzählung von Jesu Geburt im Mittelpunkt des Weihnachtsfestes sehen

Immer weniger Amerikaner möchten die klassische Erzählung von Jesu Geburt im Mittelpunkt des Weihnachtsfestes sehen

USA und Großbritannien: Weihnachten wird säkularer

Immer weniger Amerikaner stören sich daran, dass das Weihnachtsfest nur noch wenig mit Jesus zu tun hat. Das hat eine neue Studie ergeben. Dennoch bleibt die Zahl insgesamt hoch. Vielen Briten indes ist die Verbindung zwischen Weihnachten und Christentum gar nicht mehr klar.

Die Zahl der Amerikaner, die meinen, an Weihnachten müsse es mehr um Jesus gehen, nimmt ab. Das hat eine Studie des kirchlichen Meinungsforschungsinstituts „Lifeway Research“ ergeben. Demnach denken zwar immer noch 65 Prozent der Befragten, statt säkularen Symbolen wie Weihnachtsmann oder Rentier solle Jesus beim Fest wieder stärker im Vordergrund stehen – 2014 waren es allerdings noch 81 Prozent. Das ist eine Abnahme von 16 Prozentpunkten. Der Anteil derer, die dem mit Nachdruck zustimmen („strongly agree“) ist sogar um 20 Prozentpunkte gesunken (von 61 auf 41 Prozent).

Gleichzeitig ist der Anteil der Amerikaner, die säkulare Bezeichnungen für das Fest – etwa „X-Mas“ statt „Christmas“ – beleidigend finden, von 39 auf 33 Prozent gesunken. Der Anteil derer, die lieber „Merry Christmas“ („fröhliche Weihnachten“) als das religionsneutrale „Happy Holidays“ („frohes Fest“) hören, ist dagegen seit 2014 leicht gestiegen (von 29 auf 32 Prozent). Insgesamt wurden rund 1.000 Personen befragt.

Evangelikale am kritischsten

Bei den Umfrageergebnissen spielen demographische Unterschiede eine große Rolle. Im Westen der USA finden insgesamt am wenigsten Menschen (58 Prozent), dass es an Weihnachten mehr um Jesus gehen müsse. Je älter die Leute, desto höher hingegen die Wahrscheinlichkeit, dass sie dem zustimmen. Unter den Ethnien sind es die Afroamerikaner, die sich am häufigsten wünschen, Christus würde wieder mehr in den Mittelpunkt rücken (73 Prozent gegen 59 Prozent unter den Hispanos und 52 Prozent unter anderen).

Je höher dagegen der Bildungsstand, desto säkularer tendenziell das Weihnachtsfest: 69 Prozent derer, die einen High-School-Abschluss oder weniger haben, stimmen zu, dass Jesus fehlt; unter Bachelor-Absolventen sind es 59 Prozent, unter denen mit einem noch höheren Abschluss 55 Prozent.

Wenig überraschend indes wünschen sich deutlich mehr Christen (81 Prozent) als Angehörige anderer Religionen (35 Prozent) oder Religionslose (28 Prozent), das Weihnachtsfest würde sich mehr um Jesus drehen. Innerchristlich stimmen mehr Protestanten (87 Prozent) als Katholiken (74 Prozent) zu. Unter denjenigen Protestanten, die in die breite Kategorie „Evangelikale“ fallen, sind es gar 97 Prozent.

Viele Briten kennen Verbindung zwischen Weihnachten und Jesus nicht

Eine ähnliche Studie gibt es derweil auch in Großbritannien. Das Ergebnis: Vier von zehn Briten wissen nicht, dass Jesus zur Weihnachtsgeschichte gehört. Von rund 2.000 Befragten wussten auch 37 Prozent nicht, dass Maria und Josef Teil der Erzählung sind. Sechs Prozent waren sich dagegen sicher, der Weihnachtsmann komme in der Geschichte vor.

Ebenfalls gefragt wurden die Beteiligten, wie die Weihnachtsgeschichte wohl heute aussehen würde. Zehn Prozent meinten, der Engel würde Maria per Instagram erscheinen. Als Geschenke für das Jesuskind wurden ein iPhone (22 Prozent) und ein Netflix-Abo (18 Prozent) als wahrscheinlich erachtet.

Die Säkularisierung des Weihnachtsfestes scheint diesen Ergebnissen zufolge in Großbritannien insgesamt schneller voranzuschreiten als in den USA. Ein weiteres Indiz: Wie die katholische Wochenzeitung Scottish Catholic Observer berichtet, haben von 26 großen Einkaufszentren in Schottland nur vier eine Krippenszene im Sortiment.

Von: Martin Jockel

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