Attraktives Tierschauspiel: Für den Schutz der Umwelt setzen sich die Katholische und die Evangelische Kirche in Deutschland ein

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Klima schützen – Schöpfung bewahren

Über den Klimaschutz in der Welt diskutieren derzeit Delegierte aus fast 200 Ländern in Kattowitz in Polen. Auch die Kirchen sprechen sich für den Schutz des Klimas aus – und wollen so für die Bewahrung der Schöpfung kämpfen.

Bei der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz beraten derzeit Diplomaten über Regeln zur konkreten und verbindlichen Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015. Mit denen soll die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius, möglichst sogar 1,5 Grad, begrenzt werden. Auch kirchliche Vertreter beziehen Stellung zum Thema: Der Weltkirchenrat (WCC), der Lutherische Weltbund (LWF) und das kirchliche Netzwerk ACT Alliance rufen zu einem veränderten Handeln auf, um die Schöpfung zu bewahren.

Für den Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Martin Junge, ist eine tiefgreifende Veränderung notwendig, um die anhaltende globale Erwärmung zu begrenzen: „Als Menschen des Glaubens wissen wir genau, wie Gott diese Welt haben will, was Gott für die Menschen will und dass er sie aufruft, in dieser Welt zu sein. Unsere Botschaft an die Kirchen und an die Welt lautet: Die Schöpfung steht nicht zum Verkauf. Als Kirchen sollten wir uns auf diese Vision konzentrieren und uns für Klimagerechtigkeit einsetzen.“

„Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“

Der Umweltbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Hans Diefenbacher, erklärte auf Anfrage von pro, die EKD unterstütze die Anliegen der Klimakonferenz. „Als EKD erwarten wir genug bindende Selbstverpflichtungen von Staaten, um die notwendigen Treibhausgas-Reduktionen zu erreichen.“

Diefenbacher sieht eine möglichst abfallfreie Kreislaufwirtschaft und eine kleinbäuerlich-ökologischen Landwirtschaft als unterstützenswert und nachhaltig. Seit Jahrzehnten seien die Landeskirchen in der Umweltarbeit und Klimaschutz aktiv. Und die EKD gebe seit mehr als zwanzig Jahren regelmäßig Verlautbarungen zu Fragen der Umwelt und der nachhaltigen Entwicklung heraus.

Bereits im September 2018 veröffentlichte die Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung das Impulspapier mit dem Titel „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben. Die Agenda 2030 als Herausforderung für die Kirchen“. In dem Vorwort des Impulspapiers erläutert der Vorsitzende des Rates der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: „Wir wollen zur Umkehr mahnen, wir wollen in gesellschaftlichen Zielkonflikten vermitteln und wir wollen selbst in unserer Praxis nachhaltiger und glaubwürdiger werden. Wenn uns das gelingt, dann können wir zu Motoren einer nachhaltigen Entwicklung werden, zur treibenden Kraft des Wandels.“

Verantwortung gegenüber zukünftiger Generationen

Auch die deutschen Katholiken befassen sich mit dem Thema. Anlässlich der UN-Klimakonferenz ruft der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Franz-Josef Overbeck, zu entschlossenem Handeln für mehr Klimaschutz auf. „Die globale Erwärmung schreitet weiter voran und stellt eine akute Bedrohung für die Welt dar.“ Der Essener Bischof forderte laut DBK auf: „Wir müssen den gefährlichen Klimawandel stoppen, bevor es zu spät ist. Die Zeit läuft uns davon.“

Große Hoffnungen setzt Overbeck auf die Klimaverhandlungen in Kattowitz. Er appelliert an die Verantwortlichen der Länder, das globale Gemeinwohl über nationale Interessen zu setzen. „Wir brauchen ehrgeizige Klimaziele, die glaubhaft, zielorientiert und konsequent umgesetzt werden müssen.“ Dies sei auch ein Gebot der „Gerechtigkeit gegenüber den Armen in der Welt“ wie auch gegenüber zukünftigen Generationen. Und weiter: „Ein ambitionierter Klimaschutz ist die Grundlage für die Bewahrung der Schöpfung und der Weg in unsere gemeinsam nachhaltig zu gestaltende Zukunft.“

Schöpfungsverantwortung mehr in Gottesdiensten thematisieren

Deutschland als Industrieland sieht der Bischof in einer besonderen Verantwortung. Die Bundesrepublik sollte eine Vorreiterrolle einnehmen und sich zum Ziel der Klimaneutralität bis spätestens 2050 bekennen. Die Politik müsse dafür einen langfristig verlässlichen Rahmen schaffen, „zu dem auch die Zahlung eines angemessenen Preises für den Ausstoß von Kohlendioxid gehört, der sich an den Schäden des Klimawandels orientiert“. Gleichzeitig appellierte er an jedermann: Alle könnten und sollten durch einen umweltschonenden Lebensstil etwa bei Ernährung und Mobilität ihren Beitrag leisten.

Vor Beginn der UN-Klimakonferenz fand vergangenen Freitag in der Theologischen Fakultät der Schlesischen Universität die Konferenz „Care for our Common Home: Christians on the road of ecology“ („Aus Sorge um das gemeinsame Haus: Christen ökologisch unterwegs“) des Erzbistums Kattowitz statt. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg), sprach vor den Teilnehmern. Er betonte, dass die „Schöpfungsspiritualität und die Schöpfungsverantwortung künftig häufiger einen Platz in den Gottesdiensten, in der Verkündigung und in der Katechese bekommen“ sollen. Diesen und weitere Punkte hatten die deutschen Bischöfe auf ihrer Herbst-Vollversammlung im September 2018 in einer Handlungsempfehlung beschlossen. Das Dokument befasst sich mit Ökologie und nachhaltiger Entwicklung für den Bereich der katholischen Kirche in Deutschland.

Die Weltklimakonferenz, auch COP24 genannt, läuft noch bis zum 14. Dezember im polnischen Kattowitz. Delegierte aus 197 Ländern beraten dort derzeit.

Von: Martina Blatt

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